#Serienfertigung #3DDruckWissen #3DDruck
In dieser Folge erkläre ich, warum so viele Gespräche über 3D-Druck im Leeren landen. Nicht weil das Verfahren falsch ist. Sondern weil Absender und Empfänger auf völlig unterschiedlichen Bewusstseinsstufen stehen. Ich zeige dir anhand von drei Analogien, wo du heute stehst und was der nächste Schritt ist.
Takeaways
- Wer 3D-Druck nur für Prototypen kennt, denkt noch in kabelgebundenen Telefonen. Die Serie ist das Mobiltelefon.
- Ein gescheiterter FDM-Versuch ist kein Beweis gegen 3D-Druck. Er ist ein Beweis gegen das falsche Verfahren für die falsche Anforderung.
- 3D-Druck wird Fertigungstechnologie wie Fräsen oder Spritzguss. Die Frage ist nur, wer rechtzeitig aufgewacht ist.
Chapters
- 00:00 Intro
- 00:47 Was sind Bewusstseinsstufen im 3D-Druck?
- 01:53 Stufe 1: Kein Bewusstsein
- 04:42 Stufe 2: Problembewusstsein
- 06:38 Stufe 3: Lösungsbewusstsein
- 09:42 Stufe 4: Angebotsbewusstsein
- 11:49 Stufe 5: Entscheidungsphase
- 13:05 Fazit und Ausblick
- 16:07 Kontakt und Abschluss
FAQ
- Was bedeutet kein Bewusstsein im 3D-Druck? Wer 3D-Druck noch nie als Option für Serienteile gesehen hat, reitet gedanklich noch auf Pferden. Das Problem: Er zahlt die Kosten trotzdem, nennt sie nur anders.
- Warum scheitern viele auf Stufe 3? Weil sie mit dem falschen Verfahren für die falsche Anforderung gestartet sind. Ein FDM-Versuch mit PLA ist kein Test für Serienfertigung. Das führt zum falschen Schluss, nicht zur richtigen Entscheidung.
- Was ist der Unterschied zwischen Stufe 4 und 5? In Stufe 4 weißt du, dass du 3D-Druck für die Serie willst, suchst aber noch Verfahren und Anbieter. In Stufe 5 hast du alle Infos gesammelt und gehst in die Entscheidung.
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Transcript
Torsten: Ja, wann hat eigentlich mal jemand zu dir gesagt, das ist doch nur Spielzeug oder das 3D-Druck, das funktioniert für die Serie nicht. Genau das wird heute mein Thema sein. Und ja, aus der Sicht herzlich willkommen zu einem, zu einer weiteren Folge an diesem ja hoffentlich schönen Sonntag. Worum geht es heute? Es geht die Bewusstseinstufen oder das Bewusstsein allgemein, wo befinde ich mich eigentlich im 3D-Druck?
Und klar, ich glaube, das haben ganz viele, die den Podcast hören, werden in irgendeiner Form entweder selber sagen. 3D-Druck ist nur Spielzeug und vielleicht noch gar nicht wissen, was möglich ist. Oder es gibt schon die, die viel Erfahrung haben und schon auf dem hohen Level der Serienfertigung sind und ein hohes Bewusstsein haben. Aber wie kann man sich selber eigentlich einschätzen auf diesem Weg zur Serie?
Und es gibt da aus dem Marketing-Bereich oder Vertriebsbereich fünf Bewusstseinsebenen. Also man hat kein Bewusstsein bis hin zu dem vollen Bewusstsein. sind halt fünf Stufen dazwischen und da gehe ich heute mal mit euch drauf ein. Fangen wir mal an bei keinem Bewusstsein. Ich habe da zwei, drei Beispiele, die ich pro Bewusstseins-Ebene mal immer durchgehe. Es sind immer zwei allgemeingültige, damit jeder mir folgen kann, was ich mit diesem Bewusstsein meine.
Und dann transferiere ich das Ganze einmal auf den 3D-Druck. Also kein Ich sage immer ganz gerne, wer Wer sagt, das war schon immer so, hat noch nicht verstanden, dass wir heute nicht mehr auf Pferden galoppieren. Aber umgekehrt, wer auf kein Bewusstsein steht, eigentlich, ja, der reitet immer noch auf Pferden. Also der hält sich an dem alten Fest, was irgendwann mal Mobilität angeht und sagt eigentlich läuft doch.
Also natürlich, auf Pferden reiten wird in irgendeiner Form von A nach B. geleitet wird irgendwie auch leichter als und eventuell auch schneller als wenn man sich selber da bewegt aber ist das heute noch der stand der technik ist es noch heute im zeit der geschwindigkeit im zeit des autobahnnetzes und so weiter ist das heute noch die art und weise wie wir heute mobilität beschreiben wahrscheinlich eher weniger das gleiche im bereich der der kommunikation wer schickt heute eigentlich noch brieftauben ist ein Kommunikationsmittel der Vergangenheit.
War zu einer Zeit, in der es nichts anderes gab, es Stand der Technik sozusagen, oder würde man heute sagen. Aber im Prinzip ist das Bewusstsein für die, die heute immer noch sagen, die Brieftaube ist noch mein Kommunikationsmittel. Ich glaube, findet man heute an den wenigsten Stellen. Aber es verdeutlicht einfach nur, wo liegt eigentlich kein Bewusstsein? Und beim Thema 3D-Druck? Das sind die Leute, sagen, ja, wozu brauche ich 3D-Druck?
Also jeder, der in irgendeiner Form mal sich mit Leuten unterhalten hat und gesagt hat, ja, 3D-Druck habe ich schon mal von gehört. Aber was dort wirklich der 3D-Druck an Problemen lösen kann oder an neuen Möglichkeiten bietet, das wissen die Leute an der Stelle noch nicht. Und das ist eigentlich die Leute. die das von sich jetzt entweder selber eruieren und behaupten oder sich dort sehen und die die Meinung vielleicht selber jetzt auch reflektierend für sich äußern, die sind eigentlich noch in keinem Bewusstsein.
Also es gibt noch kein Bewusstsein, was 3D-Druck eigentlich machen kann, wo es helfen kann und wo hingehen kann. Und dabei möchte ich mal gezielt jetzt für heute unterscheiden zwischen Prototypen und dem Serienbedarf. Ich glaube im Prototypenbereich sind die Bewusstseinsstufen von den meisten schon relativ hoch. Aber das, was wir heute machen im Serienbereich, da würde ich sagen, ist die Bewusstseinstufe bei vielen noch nicht auf der Endphase.
Das verleitet mich halt dazu, jetzt überzugehen zur Stufe 2, dem Problem… Das verleitet mich zur Stufe 2, nämlich dem Problembewusstsein. Gehen wir zurück auf diese Mobilitätssituation, wenn das Pferd von der Straße oder auf der Straße nicht mehr laufen kann, weil es zu langsam ist. Ich aber noch keine Alternative habe. Dann weiß ich zwar, dass ich ein Problem habe, weiß aber noch nicht, in welche Richtung ich eine Lösung generieren kann.
Das bedeutet, ich habe zum Beispiel erkannt, dass ich ein Lagerbestandsproblem habe. Ich habe erkannt, dass ich Vorrichtung oder dass meine Produktion nicht effizient läuft. Ich habe erkannt, dass ich einen Geschwindigkeitsverlust gegenüber meinen Wettbewerbern habe, aber ich weiß noch nicht warum und ich weiß noch nicht, ich dagegen tun kann. Das gleiche im Bereich der Kommunikation. Wenn wir an die Brieftaube aus dem Nichtbewusstsein werden wir jetzt der Wort sein, dass man sagt, okay, meine Brieftaube dauert einfach zu lang.
Wenn Gegenwind kommt, kommt sie vielleicht gar nicht an oder wird abgelenkt oder was auch immer. oder es gibt ein Unwetter oder was auch immer da die Umgebungsvariablen sind, ist einfach bei der Brieftaube. Man weiß, es nicht das optimale Kommunikationsmittel ist, hat aber noch keine Möglichkeit oder kein Bewusstsein dafür entwickelt, was die Lösung ist. Aber das Problem kennt man. Und im 3D-Druck, ja, das sind halt all die die FDM-Anschauungsmodelle und so weiter, die man heute druckt.
Man weiß, Es funktioniert aber so richtig den Vorteil, also noch so richtig abheben tut man mit der Technologie noch nicht. Und ja, das ist eigentlich so. Man hat, wie gesagt, das Problembewusstsein, aber noch keine Lösungskompetenz dort gefunden oder noch kein Lösungsansatz. Und das ist natürlich dann die nächste Stufe, wenn ich mich weiterentwicke und dann ein Lösungsbewusstsein entwickle.
Auch da wieder analogisch. wenn wir in einem Bereich der Mobilität, ich habe im Lösungsbewusstsein irgendwann erkannt, ja, mein Pferd bringt mich nicht mehr weiter, ich bin zu langsam. Aber so ein Auto, das wäre was, das würde mich schneller von A nach B bringen. Das Problem ist, ich habe dann vielleicht auch noch ein Auto gefahren. Nehmen wir mal an, das ist jetzt ein bisschen flapsig, aber nehmen wir an, wir haben Fiat Panda Probe gefahren.
Aber es bringt mich noch nicht auf die Geschwindigkeit von 200 kmh. Das heißt, bin gerade so in so einem Lösungsbewusstsein, ist ja auch eine Findungsphase. Also in dem Moment, ich mich, wo ich das Problem beschrieben habe und weiß, dass ich ein Problem habe und auf der Suche nach einer Lösung bin, kann es ja sein, dass ich verschiedene Autos, verschiedene Dinge erst einmal testen muss, mich informiere in Autohäusern, wie auch immer, nachher wirklich, ja zu erfahren, Variante, 2-Türa, 3-Türa, Kombi, Cabrio, was auch immer, was überhaupt für mich in Frage kommt.
Aber das Lösungsbewusstsein, also dass ich mit einem Auto schneller fahren kann oder schneller, bequemer und so weiter von A nach B komme, das ist da. Im Bereich der Kommunikation. Ich habe jetzt erfahren, es gibt Telefone und das habe ich auch schön ausprobiert. Ich bin aber noch in der Variante, dass ich in einem Kabel gebundenen System hänge. Also so wie früher, wenn ich das mal so sagen darf.
Vor 30 Jahren oder so was, waren die oder noch länger. Sagen wir mal, bis Mitte 90er Jahre waren die ganzen Telefone ja oftmals noch kabelgebunden. Und das ist halt so. Ich habe ein Problem, wo es sein weiß, die Brieftaube ist es nicht mehr. Es gibt heute neuere Kommunikationsmittel, aber ich bin noch nicht so auf dem Stand, dass ich sage, ich habe das höchste Level der Kommunikation und sowas, was heute Mobiltelefone und sowas können.
Das habe ich noch nicht erreicht. Also ich bin zwar einen Schritt weiter, aber noch nicht auf dem Level, wo ich heute sein kann. Wieder das Bordor zum 3D Druck. Man hat mal irgendwo eine Endanwendung oder einen Seriental drucken lassen aus einem PLA-FDM. Das ist aber gebrochen. Jetzt ist ja die Frage, ja, es ist immer noch entweder das falsche Verfahren, das falsche Material, eine falsche Erwartung und am Ende kommt man auf jeden Fall zum falschen Schluss.
Und es ist natürlich nicht so, dass ein Verfahren mit dem günstigsten Material oder sowas alle Probleme und Eventualitäten lösen kann. Und viele brechen bei diesem Lösungsbewusstsein dann irgendwann auch ihren Prozess ab. dass es sie einfach nicht weiter bringt, ohne dass sie wissen, was eigentlich alles möglich ist. Die nächste Stufe wäre dann die Stufe 4, das Angebotsbewusstsein. Also ich bin mir darüber im Klaren, dass ich möchte ein Auto kaufen.
Ich weiß aber irgendwann noch nicht, welches zum Beispiel. ich gehe wirklich. Ich habe rausgefunden, ich brauche ein Kombi. Ich brauche. den das Raumvolumen, ich brauche vier Sitzplätze und so weiter. ich weiß und kann mehr oder weniger auch definieren, was ich möchte, habe aber noch nicht das passende Gegenstück gefunden. Also ich kann wirklich ins Autohaus gehen und sagen hier Anbieter A, ich möchte ein Angebot für ein Auto.
Ich hätte gerne Kombi, Farbe, Automatik und so weiter. All diese Dinge, die kann ich dann schon definieren. Das heißt in meinem vorigen Prozess Nach meinem Lösungsbewusstsein habe ich jetzt schon ein konkretes Angebotsbewusstsein und ein Verlangen in mir entdeckt. Im Bereich der Mobilität, also Kommunikationsmobilität, bin ich mir jetzt bewusst, dass ich mir ein Mobiltelefon kaufen möchte. Ich weiß aber noch nicht genau welches, ich weiß noch nicht welchen Tarif, weiß noch nicht welchen Anbieter.
Und so das heißt, man ist in diesem Angebotsbewusstsein, ist man in so einer Art Findungsphase. Und im Bereich 3D-Druck ist das dann genauso. Ich weiß, dass ich gewisse Teile, ich habe den Vorteil entdeckt, ich weiß, dass es im 3D-Druck, ich möchte es gerne haben, ich habe meine Anforderungen abgesteckt, ich weiß, was ich alles erfüllen möchte und so weiter. Ich weiß nur noch nicht genau, welches Verfahren, welches Material. und welche Anbieter hilft mir da weiter. das ist dann geht man natürlich raus, genauso wie die Autohäuser, genauso wie zu den Telefonanbietern und so weiter geht mit seinen Anforderungen und seinen Forderungen geht man dann den Markt und die gewissen Marken und Firmen durch und schaut dann, was können die mir bieten.
Und die Endphase ist dann natürlich, ich habe all diese Informationen jetzt gesammelt. Und im Bereich der Mobilität weiß ich jetzt, welches Modell mir am meisten bringt, welches Preis-Leistungs-Verhältnis und welche Autohändler mich da weiterbringt. Und dann geht es eigentlich in die Entscheidungsphase. Also ich habe all meine Angebote zusammen und ich möchte eins dieser Angebote nutzen und gehe dann vielleicht noch in die Endverhandlungen, gehe noch mal in den persönlichen Kontakt, wie auch immer.
Also ich gehe in diese Entscheidungsphase rein. Im Bereich der Kommunikation. Ich weiß also jetzt welches Mobiltelefon, welche Firma, ob das jetzt ein Android, Samsung, Huawei, iPhone, Apple, was weiß ich, egal ist. Ich weiß es. Da ist aber nur ein Teil, das könnte zum Beispiel das Verfahren sein. Und auf der anderen Seite weiß ich aber auch von dem Telefonanbieter, welchen Tarif, also welches Datenmodell benötige ich und was kostet mich das.
Und das kann dann zum Beispiel in dem Verfahren dann die Materialauswahl sein. Also das ist so dieser Weg, wo man mal ein paar Vergleiche hat. Wie entwickelt man sich eigentlich von gar keine Ahnung zu Ich weiß, wo ich eigentlich hin möchte. Und jeder wird sich da irgendwo entdecken, wo er da selber gerade steht. Und die Kunst ist es jetzt eigentlich. Deswegen habe ich auch Beispiele genommen, die sehr weit in der Vergangenheit sind, die eigentlich plausibel sind.
Heute reitet eigentlich niemand mehr auf Pferden. Es ist eigentlich bewusst. Und es veranschaulicht eigentlich nur, wenn ich jetzt heute mal 100 Jahre zurückdenke, in ein Bereich, wo ich heute den 3D-Druck noch nicht so in der Serie angekommen sehe in den meisten Unternehmen, wie er wahrscheinlich in den nächsten 10, 20 Jahren sein wird. Die Frage ist, bei diesem Bewusstsein, wo befindet ihr euch eigentlich heute?
Seid ihr wirklich noch diejenigen, die auf Pferden unterwegs sind? und dann vielleicht zu spät verpassen, nächsten Step zu gehen, sich an den nächsten Schritt anzupassen. Seid ihr auch heute noch beschränkt, weil ihr noch mit kabelgebundenen Telefonen telefoniert, also gedanklich, was 3D-Druck angeht, nutzt ihr das Potenzial noch gar nicht, weil ihr sagt, das habe ich noch nie gebraucht, das brauchte ich nicht und das haben wir noch schon immer so gemacht.
Oder könnt ihr euch lösen von diesem Gedanken, dass 3D-Druck für die Serie in der nahen Zukunft einfach eine gewisse Fertigungstechnologie sein wird, wie alle anderen Technologien auch. Wie ein Drehen, wie ein Fräsen, wie ein Stanzen, Pressen, Spritzguss, Druckguss, Schweißen und all diese Verfahren. Alles, es so auf dem Markt gibt, was sich etabliert hat für die verschiedenen Anwendungen, ist jetzt halt die Frage, was macht ihr daraus für die Zukunft, wenn ich euch heute sage und das eigentlich, das wird so kommen. dass in den nächsten Jahren der 3D-Druck in der Serie einfach weiter mehr mehr Einzug erhalten wird.
Und die Frage ist, in eurem Bewusstsein, wo hole ich euch heute ab? Und seid ihr bereit, einfach diesen Weg zu gehen, dass ihr für die Zukunft dort ein Verfahren habt und eine Materialien, eine Möglichkeit und auch das Bewusstsein, dass ihr das Ziel eigentlich erreichen möchtet und dass ihr dann nicht mehr mit Pferden reitet und auch nicht mehr mit Brieftauben eure Unternehmen bespielt, sondern dann vielleicht auch mit der nächsten Technologie.
Und das ist eigentlich was, ich für diese Folge wirklich, was ich immer wieder erlebe und was wirklich dieses Bewusstsein, es ist einfach noch nicht da. Und ich hoffe, ich konnte euch da heute ein bisschen was mitgeben, ein bisschen, zeigen, aufzeigen, wo ihr euch vielleicht befindet und wo die Zukunft tatsächlich hingeht. geht den Weg, geht dort geistig mal in euch. Ich meine, es sind schon eine Menge Anwendungsfolgen in diesem Podcast gewesen, genug Ideen und Intentionen darzulassen.
Aus der Sicht, wenn da eine Frage zu ist, wenn ihr da mehr wissen wollt, wie immer, wie in jedem Podcast und sonst auch, geht bei uns auf der Homepage, geht bei mir aufs LinkedIn-Profil. nutzt das Kontaktformular oder oder wenn ihr wollt werdet ihr Kontakt zu mir finden also es ist beinahe unmöglich mich nicht mit mir in Kontakt zu kommen aus der sich nutzt die Chance kommt mir eine Diskussion ich kann euch helfen und würde sagen vielen dank fürs zuhören bis hierhin bis demnächst und zur nächsten folge
Mehr zu dieser Folge
5 Bewusstseinsstufen im 3D-Druck: Wo stehst du heute?
Wann hat zuletzt jemand zu dir gesagt: Das ist doch nur Spielzeug, 3D-Druck funktioniert für die Serie nicht? Ich kann dir sagen, warum diese Person das sagt. Und ich kann dir sagen, warum du die Antwort darauf kennst, wenn du verstehst, auf welcher Bewusstseinsstufe sie gerade steht.
Es gibt fünf Stufen, die jeder durchläuft, der sich mit 3D-Druck ernsthaft auseinandersetzt. Ich unterscheide dabei bewusst zwischen dem Prototypenbereich und dem Serienbereich. Im Prototypenbereich ist das Bewusstsein bei vielen Unternehmen schon recht hoch. Aber was wir heute in der Serienfertigung können, das ist in den meisten Köpfen noch nicht angekommen. Genau dort liegt die eigentliche Chance.
Stufe 1: Kein Bewusstsein
Ich sage es gern so: Wer sagt, das war schon immer so, hat noch nicht verstanden, dass wir heute nicht mehr auf Pferden galoppieren. Wer auf Stufe 1 steht, reitet gedanklich immer noch. Das Pferd bringt ihn zwar irgendwie von A nach B. Aber ist das heute noch Stand der Technik? Im Zeitalter des Autobahnnetzes, der Geschwindigkeit, des globalen Wettbewerbs?
Das gleiche gilt für die Kommunikation. Wer schickt heute noch Brieftauben? Niemand. Aber zu einer Zeit, als es keine Alternative gab, war das Stand der Technik. Kein Bewusstsein bedeutet nicht Dummheit. Es bedeutet, dass die Alternative noch gar nicht auf dem Radar ist.
Im 3D-Druck klingt das so: Wozu brauche ich 3D-Druck? Viele haben den Begriff gehört. Aber was 3D-Druck an konkreten Problemen lösen kann, welche neuen Möglichkeiten er bietet, besonders für die Serie, das ist noch nicht da. Das ist Stufe 1.
Stufe 2: Problembewusstsein
Auf Stufe 2 ist das Problem sichtbar. Das Pferd kommt auf der Straße nicht mehr mit. Es ist zu langsam. Ich aber habe noch keine Alternative, die ich kenne. Ich weiß, dass ich ein Problem habe, aber nicht, wohin ich schauen soll.
Im 3D-Druck sieht das konkret so aus: Du hast erkannt, dass du ein Lagerbestandsproblem hast. Dass deine Produktion nicht effizient genug läuft. Dass du gegenüber deinen Wettbewerbern langsamer bist. Aber 3D-Druck als Lösung? Kommt noch nicht vor.
Bei der Brieftaube ist es genauso. Man weiß, dass sie zu langsam ist, dass Gegenwind sie aufhält, dass sie bei schlechtem Wetter gar nicht ankommt. Das Problem ist klar. Die Lösung noch nicht.
Im Serienbereich sind das oft die Unternehmen, die FDM intern für Anschauungsmodelle und Vorrichtungen nutzen. Sie drucken, aber sie heben mit der Technologie noch nicht ab. Etwas fehlt, nur wissen sie noch nicht was.
Stufe 3: Lösungsbewusstsein
Hier beginnt die Findungsphase. Das Pferd bringt mich nicht mehr weiter, aber ein Auto, das wäre was. Das würde mich schneller von A nach B bringen. Das Problem dabei: Ich bin einen Fiat Panda Probe gefahren. Bringt mich noch nicht auf 200 km/h. Also denke ich, das Auto löst mein Problem auch nicht.
Falsches Testmodell, falscher Schluss. Das Auto kann deutlich mehr als ein Fiat Panda. Aber ich habe diesen einen Test gemacht und daraus eine Generalisierung gebaut.
Im Bereich Kommunikation: Ich habe Telefone entdeckt, aber ich hänge noch im kabelgebundenen System. So wie Mitte der 90er Jahre, als Telefone noch an der Wand steckten. Ich bin einen Schritt weiter als die Brieftaube, aber noch weit davon entfernt, was heute möglich ist.
Im 3D-Druck ist das genau der Moment, wo jemand mal einen Serionteil in PLA-FDM drucken lassen hat. Das Teil ist gebrochen. Und der Schluss lautet: 3D-Druck funktioniert für die Serie nicht. Aber das ist das falsche Verfahren, das falsche Material und die falsche Erwartung. Das führt zum falschen Schluss.
Viele brechen hier ihren Prozess ab. Ohne zu wissen, was mit den richtigen Verfahren eigentlich möglich wäre.
| Was passiert auf Stufe 3 | Mobilität | Kommunikation | 3D-Druck |
|---|---|---|---|
| Erster Versuch | Fiat Panda gefahren | Kabeltelefon ausprobiert | PLA-FDM Serienteil gedruckt |
| Falscher Schluss | Auto schafft keine 200 | Telefon klebt an der Wand | 3D-Druck trägt keine Lasten |
| Was wirklich fehlt | Das richtige Modell | Das Mobiltelefon | Das richtige Verfahren |
Stufe 4: Angebotsbewusstsein
Auf Stufe 4 ist die Grundsatzentscheidung gefallen. Ich will ein Auto kaufen. Ich weiß sogar schon, was ich brauche: einen Kombi, vier Sitzplätze, Automatik. Die Anforderungen sind klar. Jetzt geht es darum, das passende Gegenstück zu finden.
Bei der Kommunikation: Ich will ein Mobiltelefon. Ich weiß nur noch nicht welches, welchen Tarif, welchen Anbieter. Diese Findungsphase ist aktiv.
Im 3D-Druck bist du auf dieser Stufe, wenn du weißt, dass du Serienteile im 3D-Druck fertigen willst, deine Anforderungen schon grob abgesteckt hast, aber noch nicht weißt, welches Verfahren, welches Material und welcher Anbieter dir wirklich weiterhilft. Du gehst in den Markt. Du vergleichst. Du machst Anfragen.
Stufe 5: Entscheidungsphase
Alle Informationen sind gesammelt. Im Bereich Mobilität weißt du jetzt, welches Modell, welches Preis-Leistungs-Verhältnis und welcher Händler. Du gehst in die Endverhandlung.
Bei der Kommunikation weißt du nicht nur, welches Mobiltelefon, also ob Android oder iPhone, Samsung oder Apple. Du weißt auch, welchen Tarif und welches Datenmodell du brauchst. Das Telefon entspricht dem Verfahren. Der Tarif entspricht der Materialauswahl.
Im 3D-Druck bist du hier, wenn du weißt, welches Verfahren zu deiner Anforderung passt und welcher Partner das in der nötigen Qualität und Verlässlichkeit liefern kann. Von hier aus ist der Weg zu deinem ersten Serienprojekt kurz.
| Stufe | Kennzeichen im 3D-Druck | Typische Aussage |
|---|---|---|
| 1 Kein Bewusstsein | 3D-Druck kein Thema für die Serie | Wozu brauche ich das? |
| 2 Problembewusstsein | FDM für Vorrichtungen, kein Mehrwert in der Serie | Irgendwas fehlt, aber was? |
| 3 Lösungsbewusstsein | Erster FDM-Versuch, Teil gebrochen, falscher Schluss | 3D-Druck funktioniert bei uns nicht. |
| 4 Angebotsbewusstsein | Anforderungen klar, Anbieter und Verfahren unklar | Ich mache gerade Anfragen. |
| 5 Entscheidungsphase | Verfahren, Material und Partner sind klar | Wann können wir starten? |
Wo stehst du heute?
Jeder wird sich in diesen fünf Stufen irgendwo wiederfinden. Ich habe bewusst Beispiele aus weit der Vergangenheit gewählt, weil sie zeigen, was unausweichlich ist. Heute reitet niemand mehr auf Pferden. Heute schickt niemand mehr Brieftauben. Das ist nicht Meinung, das ist einfach passiert.
In den nächsten zehn bis zwanzig Jahren wird 3D-Druck in der Serie genauso etabliert sein wie Drehen, Fräsen, Stanzen, Pressen, Spritzguss oder Schweißen. Das sind alles Verfahren, die sich für ihre jeweiligen Anwendungen durchgesetzt haben. 3D-Druck kommt dazu. Die Frage ist: Bist du dabei, wenn das passiert, oder merkst du es zu spät?
Seid ihr noch diejenigen, die gedanklich mit kabelgebundenen Telefonen telefonieren, weil ihr sagt, das haben wir noch nie gebraucht und das haben wir noch schon immer so gemacht? Oder löst ihr euch von diesem Gedanken und nutzt das Potenzial, das heute schon da ist?
FAQ: Bewusstseinsstufen im 3D-Druck
Was bedeutet kein Bewusstsein im 3D-Druck konkret?
Kein Bewusstsein bedeutet nicht, dass jemand 3D-Druck nicht kennt. Es bedeutet, dass 3D-Druck als Option für Serienteile noch gar nicht auf dem Radar ist. Diese Unternehmen zahlen die Kosten für Werkzeuge, Mindestmengen und Lagerbestand trotzdem. Sie buchen sie nur auf andere Kostenstellen und fragen sich nicht, ob es auch anders geht.
Wie erkenne ich, ob ich auf Stufe 2 bin?
Du kennst dein Problem, aber du hast 3D-Druck noch nicht als Lösung dafür gesehen. Typische Stufe-2-Signale: Du nutzt FDM intern für Vorrichtungen und Halterungen, weißt aber nicht, wie du damit in der Serie Kosten sparen kannst. Oder du weißt, dass Werkzeugkosten und Mindestmengen ein Thema sind, aber denkst noch nicht in Richtung werkzeuglose Fertigung.
Warum scheitern so viele auf Stufe 3?
Weil sie mit dem falschen Verfahren für die falsche Anforderung gestartet sind und dann einen allgemeingültigen Schluss daraus gezogen haben. Ein PLA-FDM-Versuch für ein Serionteil ist kein Test für 3D-Druck in der Serie. Das ist so, als würde man einen Fiat Panda Probe fahren und danach behaupten, Autos können keine 200 km/h. Das Verfahren war falsch, das Material war falsch, die Erwartung war falsch. Der Schluss daraus ist deshalb zwangsläufig falsch.
Was ist der Unterschied zwischen Stufe 4 und Stufe 5?
Auf Stufe 4 weißt du, dass du 3D-Druck für die Serie willst, hast deine Anforderungen grob abgesteckt, suchst aber noch das richtige Verfahren, das richtige Material und den richtigen Anbieter. Du machst Anfragen, du vergleichst. Auf Stufe 5 hast du alle diese Informationen gesammelt und gehst in die Entscheidung. Du weißt, was du willst. Jetzt geht es nur noch darum, den richtigen Partner zu beauftragen.
Wann ist 3D-Druck als Serienverfahren wirklich angekommen?
In den nächsten zehn bis zwanzig Jahren wird 3D-Druck in der Serie genauso etabliert sein wie Fräsen, Drehen, Spritzguss oder Schweißen. Das sind alles Verfahren, die sich für bestimmte Anwendungen durchgesetzt haben. 3D-Druck kommt dazu, mit seinen eigenen Stärken: keine Werkzeugkosten, keine Mindestmengen, hohe Designfreiheit, schnelle Iterationen. Die Technologie ist heute schon so weit. Was fehlt, ist in vielen Unternehmen noch das Bewusstsein.
Was jetzt zu tun ist
Wenn du dir nicht sicher bist, auf welcher Stufe du gerade stehst, ist das der richtige Moment für ein erstes Gespräch. Du musst nicht wissen, welches Verfahren du brauchst. Du musst nur wissen, dass du weiterkommen willst. Den Rest klären wir gemeinsam.
