Prototec: 3D-Druck Service und Dienstleistung

SLS 3D-Druck für produzierende Unternehmen

Serienteile ohne Werkzeugkosten. Komplexe Geometrien. Kurzfristig lieferbar.

Wir liefern SLS-Bauteile ab 3 Werktagen.
Ohne Mindestmenge, ohne Spritzgusswerkzeug, ohne Lagerbestand.

✓ Keine Werkzeugkosten | ✓ Keine Mindestmenge | ✓ Lieferung ab 3 Werktagen | ✓ PA12, PA11, TPU und CF-Varianten | ✓ Seit 1995 | ✓ Made in Germany

3D-Druck Lasersintern (SLS)

Fertigung von Prototypen, Funktionsteilen bis hin zur Serienfertigung


Das selektive Lasersintern (SLS) gehört zu den leistungsfähigsten additiven Fertigungsverfahren auf dem Markt. Es überzeugt durch einen entscheidenden Vorteil: Bauteile entstehen direkt aus pulverförmigen Kunststoffen – ganz ohne Stützstrukturen. Ein CO₂ oder Faserlaser verschmilzt das Material Schicht für Schicht zu robusten, funktionsfähigen Teilen, die selbst komplexe Geometrien, Hinterschneidungen und filigrane Strukturen problemlos meistern. Gerade diese Kombination aus Gestaltungsfreiheit, mechanischer Belastbarkeit und Wirtschaftlichkeit macht SLS zum idealen Verfahren – ob für Rapid Prototyping, funktionale Endprodukte und der Serienproduktion. Die fertigen Bauteile zeichnen sich durch hohe thermische und mechanische Stabilität aus.

Zur Übersicht und zum Leitfaden aller » 3D-Druck Materialien «

Selektives Lasersintern – Hochwertige Bauteile ohne Stützstrukturen

Für industrielle Anwendungen bietet das SLS-Verfahren entscheidende Vorteile:

Die Technologie ermöglicht maximale Gestaltungsfreiheit, kurze Entwicklungszyklen sowie die wirtschaftliche Fertigung von Einzelteilen und größerer Serien. Gleichzeitig eröffnet die Auswahl an Hochleistungspolymeren – von Standard-PA12 über Glaskugel oder Kohlefaser gefüllten Varianten bis hin zu flexiblem TPU – vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.

SLS 3D Druck selektives Lasersintern Prozess

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Komplexe Geometrien ohne Limits:
    Das umgebende Pulverbett fungiert als natürliche Stütze – Überhänge, Hinterschneidungen und interne Kanäle lassen sich ohne zusätzliche Stützstrukturen realisieren. Das spart Material, Nacharbeit und Kosten.
  • Mechanische Belastbarkeit:
    SLS-Bauteile punkten mit hoher Festigkeit, Zähigkeit und thermischer Beständigkeit. Sie eignen sich nicht nur als Funktionsprototypen, sondern auch für den direkten Einsatz als Endprodukte oder für die Serienfertigung.
  • Wirtschaftlich für die Serienfertigung:
    Durch das Nested Printing können mehrere Bauteile gleichzeitig im Bauraum gestapelt werden – ideal für Kleinserien von 10 bis 10.000 Stück ohne teure Werkzeuge.
  • Vielseitige Materialauswahl:
    Von universell einsetzbarem PA12 / PA11 über steife Glasfaser oder Kohlefaserverstärkte Varianten bis hin zu elastischem TPU: Die Materialvielfalt deckt unterschiedlichste Anforderungen ab.
  • Rapid Prototyping & Rapid Manufacturing
    In kürzester Zeit entstehen funktionsfähige Prototypen oder seriennahe Bauteile – perfekt für agile Entwicklungsprozesse und schnelle Markteinführungen.
Modell / Ansichtsmuster aus SLS 3D-Druck

Materialien für das Lasersintern

Die Auswahl des richtigen Materials ist entscheidend für die Performance Ihres Bauteils. Im SLS-Verfahren stehen verschiedene Polyamid und TPU Varianten zur Verfügung, die sich in Festigkeit, Steifigkeit, Temperaturbeständigkeit und Elastizität unterscheiden.

Die wichtigsten SLS-Materialien:

Material Typische Einsatzgebiete Wesentliche Eigenschaften Datenblatt
PA12 (Polyamid 12) Funktionsprototypen, Gehäuse, Halterungen, Verschleißteile Universell einsetzbar, mittlere Festigkeit, gute Zähigkeit, hohe Schlagfestigkeit Datenblatt
PA12-GB (Glaskugelgefüllt) Strukturbauteile, Vorrichtungen, technische Komponenten Erhöhte Steifigkeit, bessere Wärmeformbeständigkeit, glattere Oberfläche, hohe Druckfestigkeit Datenblatt
PA12-AL (Aluminiumgefüllt) Designmodelle, Kühlkörper, Haptikmodelle Metallische Optik, gute Wärmeleitfähigkeit, gute Zerspanbarkeit Datenblatt
PA11 (Bio-basiert) Endanwendungen, Konsumgüter, Industrieanwendungen Nachhaltig, sehr gute Schlagzähigkeit Datenblatt
PA11-CF (Carbonfasergefüllt) Leichtbauteile, Drohnenkomponenten, Sportausrüstung Sehr hohe Steifigkeit, reduziertes Gewicht, gute Schlagzähigkeit Datenblatt
TPU (Elastomer) Dichtungen, Dämpfer, flexible Verbindungen Flexibel, gummiartig, hohe Rückstellkraft Datenblatt

Noch unsicher, welches Material das Richtige für Ihr Projekt ist?
Wir beraten Sie gerne und helfen Ihnen, die optimale Lösung zu finden.

Entdecken Sie die Vielfalt an 3D-Druck Materialien

Sie suchen nach einer umfassenden Übersicht über die verschiedenen Materialien, die beim 3D-Druck eingesetzt werden können? Hier finden Sie eine informative Zusammenstellung der gebräuchlichsten, sowie speziellerer 3D-Druck Materialien. Erfahren Sie mehr über die spezifischen Eigenschaften jedes Materials und welche Anwendungen sich am besten dafür eignen.

Jetzt zur ausführlichen Übersicht aller » 3D-Druck Materialien «

24/7 Online 3D-Druckservice

Egal ob es nur das Angebot für die erste Projektkalkulation, die erste Produktkostenschätzung oder direkt um einen festen Bedarf geht, mit unserem Online-Konfigurator erstellen Sie, jederzeit und von überall, Ihr individuelles Angebot oder Bestellung.

Mehr Informationen zu unserem » Online 3D-Druckservice «

Tipps und Tricks

Toleranzen & Konstruktionshinweise

Wie bei jedem Fertigungsverfahren gibt es auch beim SLS konstruktive Spielregeln, die Sie beachten sollten. Hier finden Sie die wichtigsten Hinweise, welche Ihnen zu einem perfekten SLS-3D-Druck Ergebnis verhelfen.

1.Erreichbare Toleranzen

Die minimal erreichbare Toleranz im SLS-Verfahren liegt bei ±0,1 mm bzw. 0,3 % der Nennmaßes (je nachdem, was größer ist). Für präzisere Anforderungen empfiehlt sich eine mechanische Nachbearbeitung, zum Beispiel über unser HSC-Fräsen.

Mehr zum Thema Toleranzen erfahren Sie auch in unserem PROTOWIKI Beitrag » Toleranzen im 3D-Druck «

Wichtig zu wissen:
  • Bohrungen unter Ø 1 mm sind schwer realisierbar, da die Wärme des Lasersstrahle das lose Pulver in der Mitte der Bohrungen „ansintert“ und verklebt.
  • Bohrungen bis Ø 5 mm können Pulverreste enthalten. Vor allem bei langen Kanälen durch ein Bauteil müssen diese meist manuell nachgereinigt und mit Druckluft freigepustet werden.
  • Passungen erfordern in der Regel immer einer CNC-Nacharbeit. Die Genauigkeit des SLS-Verfahrens reicht hier einfach nicht aus.
  • Verzug ist verfahrensbedingt und nicht auszuschließen. Durch geschicktes Design und Orientierung lassen sich viele Verzüge jedoch optimieren oder sogar komplett verhindern. Bei Fragen hierzu sprechen Sie und an!
  • Wandstärken Je nach 3D-Drucker und Lasereinstellung liegt die Mindestwanddicke bei 0,3–0,6 mm. Für stabile Strukturen empfehlen wir eine Wanddicke >1mm. Dünne Wände können zerbrechlich sein.
  • Minimale Größe Teile unter 2 mm sind kritisch und können im Pulverbehälter verloren gehen. Selbst in Gittern sind diese Bauteilgrößen kritisch zu fertigen.
  • Überhänge Kein Problem! Durch das Pulverbett sind selbst extreme Überhänge und Hinterschneidungen möglich. SLS Bauteile können ohne Stützstrukturen gedruckt und gefertigt werden.
  • Gewinde Für funktionale Gewinde empfiehlt sich das Nachschneiden oder Einsetzen von Gewindeeinsätzen. Bei metrischen oder zölligen Gewinden empfehlen wir jedoch immer Einschraub-Gewindeeinsätze. Gegenüber den typischen Löteinsätzen ermöglichen Einschraub-Gewindeeinsätze ein deutlich höheres Ausreißdrehmoment. Wenn die Schraubverbindung nicht mehrfach gelöst und wieder festgezogen werden muss, sind Schrauben speziell für Kunststoff die beste und günstigste Lösung.
  • Montageöffnungen / Innenliegende Hohlräume Planen Sie Zugangsöffnungen ein, um nicht verschmolzenes Pulver aus Hohlräumen zu entfernen.

SLS-Bauteile weisen eine charakteristische, leicht raue Oberfläche auf – bedingt durch die Pulverpartikel. Diese ist ähnlich wie die Erodierstruktur Typ 33 der VDI 3400.

Standard-Oberfläche Die Bauteile kommen direkt aus dem Drucker mit einer matten, leicht körnigen / sandigen Textur. Diese ist für viele technische Anwendungen völlig ausreichend. Optionale Veredelungen:
  • Glasperlstrahlen / Verdichtungsstrahlen Erzeugt eine gleichmäßigere, glattere Oberfläche und verbessert die Haptik. Diese ist dann wohlfühlend glatter, wie ohne das Verdichtungsstrahlen.
  • Chemisches Glätten Für besonders glatte und glänzende Oberflächen. Die körnige / sandige Oberflächenstruktur verschwindet vollständig und liefert eine glattes und glänzendes Oberflächenfinish. Die Baustufen werden dabei nicht vollständig geglättet und bleiben weiterhin schwach sichtbar.
  • Färben & Lackieren SLS-Bauteile lassen sich in nahezu allen RAL- und Pantone-Farben einfärben oder lackieren. So erhalten diese eine beliebige Optik und Farbgestaltung.
  • Infiltrieren / Imprägnieren Erhöht die Dichte und verbessert die mechanische Belastbarkeit weiter. Weiterhin wird die Wasseraufnahme im Polyamid verhindert und kleinste Poren verschlossen. Dies erhöht allgemein die Dichtigkeit der Bauteile.
  • Mechanische Nachbearbeitung Bohren, Fräsen, Gewindeschneiden – SLS-Teile lassen sich problemlos spanend bearbeiten.

Sie sind unsicher bei der konstruktiven Auslegung? Wir prüfen Ihre CAD-Daten kostenlos und geben Ihnen Feedback zur Fertigbarkeit.

Nehmen Sie jetzt Kontakt zu uns auf!

Wenn Sie noch Fragen haben oder Hilfe bei Ihren Projekten benötigen, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Wir helfen Ihnen hier gerne weiter und unterstützen Sie bei der Umsetzung von Kunststoffteilen und NE-Metall Bauteilen. Wir sind die Experten rund um die Themen 3D-Druck, HSC-Fräsen, Feinguss und Vakuumguss. Nutzen Sie unsere Expertise für Ihre Herausforderungen und Anfragen.

Prototec Büro Kontaktaufnahme und freundliche Hilfe

Wir helfen Ihnen weiter

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Wir unterstützen Sie bei Ihren Projekten. Egal ob es um die richtige Auswahl des Verfahrens, die Materialauswahl oder die konstruktive Auslegung geht, mit uns haben Sie den richtigen Partner für Ihre Anforderungen. Gemeinsam lösen wir Ihre Herausforderungen und Anforderungen.

Lasersintern vs. andere 3D-Druck-Verfahren

Jedes additive Fertigungsverfahren hat seine Stärken. Wo steht SLS im Vergleich zu FDM, SLA und Metall-3D-Druck?

SLS vs. FDM (Fused Deposition Modeling)

Im Gegensatz zum FDM-Verfahren, bei dem Material über eine Düse extrudiert wird, arbeitet SLS mit einem Pulverbett. Das bedeutet:

  • Keine Stützstrukturen notwendig – das umgebende Pulver stützt das Bauteil während des Drucks
  • Höhere Oberflächenqualität – deutlich feinere Details möglich
  • Bessere mechanische Eigenschaften – isotropere Festigkeit in alle Raumrichtungen
  • Kosten: SLS ist in der Regel etwas teurer als FDM, bietet aber höhere Bauteilqualität
SLS 3D-Druck Selektives Lasersintern von komplexen Geometrien

SLS vs. SLA (Stereolithographie)

Während SLA mit flüssigen Harzen arbeitet, nutzt SLS thermoplastische Pulver:

  • Funktionale Endbauteile – SLS-Teile sind robuster und belastbarer als SLA-Harze
  • Keine Post-Aushärtung – SLS-Bauteile sind sofort einsatzbereit und langlebig
  • Temperaturbeständigkeit – höhere Hitzebeständigkeit als Standard-Resine
  • Oberfläche: SLA bietet glattere Oberflächen, SLS punktet mit mechanischen Eigenschaften
3D-Druck im SLS von komplexen Geometrien

Welches Verfahren passt zu Ihrem Projekt?
Wir helfen Ihnen bei der Auswahl – kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Beratung.

Typische SLS Anwendungsbereiche

Das SLS-Verfahren findet in zahlreichen Branchen Anwendung – überall dort, wo funktionale Bauteile mit komplexen Geometrien gefragt sind.

  • Prototypenbau & Produktentwicklung
    Testen Sie Ihre Designs schnell und kosteneffizient. SLS ermöglicht funktionsfähige Prototypen, die bereits seriennahen Eigenschaften entsprechen.
  • Vorrichtungen & Fertigungshilfsmittel
    Spannvorrichtungen, Montagehalter und Lehren lassen sich ohne teure Werkzeuge direkt aus CAD-Daten fertigen – perfekt für flexible Produktionsumgebungen.
  • Ersatzteilproduktion On-Demand
    Keine Lagerhaltung mehr nötig: Ersatzteile werden bei Bedarf gedruckt – ideal für Ersatzteile von Altgeräten oder auslaufenden Produktlinien.
  • Kleinserien & Serienfertigung
    Für Stückzahlen von 10 bis 10.000+ Teilen bietet SLS eine wirtschaftliche Alternative zum Spritzguss – ohne hohe Werkzeugkosten.
  • Automotive & Maschinenbau
    Von Luftführungen, Luftkanäle über Kabelkanäle bis zu individuellen Halterungen im Motorraum und Innenraum – SLS-Teile halten mechanischen und thermischen Belastungen stand.
  • Medizintechnik
    Individuelle Orthesen, Prothesen-Komponenten und patientenspezifische Hilfsmittel profitieren von der Gestaltungsfreiheit des SLS-Verfahrens.
  • Luft- und Raumfahrt
    Leichtbauteile mit optimierten Strukturen senken Gewicht und Kosten – perfekt für Kabinenbauteile, Halterungen und Funktionskomponenten.

Wie funktioniert der 3D-Druck mittels Lasersintern (SLS)?

Der Ablauf der Fertigung

Vor dem eigentlichen Prozess des Lasersinterns wird das 3D-Modell im Computer in Schichtdaten umgewandelt. Auf der Bauplattform wird das Pulver des Ausgangsstoffs als eine Schicht von wenigen Zehntelmillimetern einem Zehntelmillimeter Stärke ausgelegt. Ein Laser brennt nun eine einzelne Ebene der Schichtdaten in das Pulverbett, wodurch das Ausgangsmaterial gezielt zusammengebacken bzw. eingeschmolzen wird. Anschließend wird die Bauplattform um eine Ebene abgesenkt und eine neue Schicht Pulver wird aufgetragen. Der gesamte Vorgang erfolgt völlig computerisiert. Er basiert auf einem Computermodell des konstruierten Werkstücks, wobei die CAD-Daten vor Baubeginn in ein STL-Format umgewandelt werden müssen.

industrieller SLS 3D-Drucker Industrielle SLS 3D-Drucker
 

Aufbau der Schichten

Das Lasersintern wird so lange wiederholt, bis alle Schichtdaten verarbeitet sind und das Werkstück fertiggestellt ist. Anschließend erfolgt ein definierter Abkühlprozess, um ein Verziehen der Bauteile zu verhindern. Schlussendlich werden alle überflüssigen Werkstoffreste entfernt und die Bauteile gereinigt. Üblicherweise entstehen durch selektives Lasersintern leicht offenporige Oberflächenstrukturen, die auf Wunsch gesondert nachbearbeitet werden können.

 

Die Stärken des selektivem Lasersintern

  • Vielfältig: Selektives Lasersintern eignet sich ideal für Rapid Prototyping, Rapid Tooling und Rapid Manufacturing.
  • Hochwertige Fertigung: In kürzester Zeit lassen sich mittels SLS funktionsfähige 3D Prototypen, Werkzeuge und Bauteile mit Werkstoffeigenschaften herstellen, die bereits den Anforderungen eines Serienteils nahekommen.
  • Starke Material-Eigenschaften: Die Teile aus der Fertigung zeichnen sich durch hohe thermische und mechanische Belastbarkeit aus. So besteht nicht die Gefahr, dass sich ein 3D-Druck Prototyp schon bei geringer thermischer Belastung verformt oder dass er bei mittlerer mechanischer Belastung verformt.
  • Fertigung komplizierter Strukturen ohne Stützstrukturen: Selektives Lasersintern bietet die Möglichkeit, auch komplizierte Strukturen mit sogenannten Hinterschneidungen anzufertigen. Diese sind mit herkömmlichen Verfahren nicht oder nur sehr schwer und mit großem Zeitaufwand herzustellen. Das wird durch die Technik des schichtweisen Aufbaus des Werkstücks aus dünnen Pulverlagen mittels Lasersintern erreicht.

Fazit: SLS 3D-Druck in Kunststoff

Das selektive Lasersintern (SLS) ist eines der vielseitigsten und zuverlässigsten 3D-Druck-Verfahren für die Fertigung funktionaler Kunststoffbauteile. Es vereint Gestaltungsfreiheit, mechanische Belastbarkeit und wirtschaftliche Effizienz – eine Kombination, die besonders für Prototypen, Kleinserien und technische Endprodukte überzeugt.

Der entscheidende Vorteil: Sie benötigen keine Stützstrukturen. Komplexe Geometrien, Hinterschneidungen und filigrane Details entstehen direkt aus dem Pulverbett – ohne aufwendige Nachbearbeitung. Die mechanischen Eigenschaften der SLS-Bauteile kommen seriennahen Kunststoffteilen bereits sehr nahe, während Sie gleichzeitig die Flexibilität des additiven Fertigungsverfahrens nutzen.

Ob Rapid Prototyping für schnelle Entwicklungszyklen, Kleinserienproduktion ohne teure Werkzeuge oder On-Demand-Ersatzteile ohne Lagerhaltung – SLS bietet Lösungen für unterschiedlichste Anforderungen. Die breite Materialpalette von Standard-PA12 über verstärkte Varianten bis hin zu flexiblem TPU deckt nahezu jede Anwendung ab.

Sie haben Fragen oder möchten ein konkretes Projekt besprechen?

Wir unterstützen Sie gerne bei der Materialauswahl, prüfen Ihre CAD-Daten auf Fertigbarkeit und beraten Sie zu konstruktiven Optimierungen. Mit über 30 Jahren Erfahrung im Prototypenbau sind wir Ihr verlässlicher Partner für hochwertige SLS-Bauteile – Made in Germany.

Starten Sie jetzt Ihr Projekt:

Online-Konfigurator nutzen für sofortige Kalkulation
Persönliche Beratung: » Zu den Kontaktmöglichkeiten «
Mehr Infos finden Sie auch im PROTOwiki

FAQ zum SLS 3D-Druck

1. Was genau ist Selektives Lasersintern (SLS) und wie funktioniert es?

Selektives Lasersintern (SLS) ist ein additives Fertigungsverfahren, bei dem pulverförmige Kunststoffe schichtweise durch einen Laser zu dreidimensionalen Bauteilen verschmolzen werden. Der Prozess beginnt mit einem gleichmäßig aufgetragenen Pulverbett auf der Bauplattform. Ein CO₂ oder Faserlaser fährt die Konturen der ersten Schicht ab und erhitzt das Pulver punktgenau über den Schmelzpunkt – die Partikel verschmelzen miteinander.

Nach jeder Schicht senkt sich die Bauplattform um 0,1 bis 0,15 mm ab, eine neue Pulverschicht wird aufgetragen und der Prozess wiederholt sich, bis das Bauteil vollständig ist. Der gesamte Bauraum wird dabei auf eine erhöhte Temperatur vorgeheizt (je nach Material 170-200°C), um Spannungen und Verzug zu minimieren. Das nicht verschmolzene Pulver fungiert als natürliche Stützstruktur und kann zu großen Teilen wiederverwendet werden.

Der entscheidende Vorteil: Sie benötigen keine zusätzlichen Stützstrukturen, da das umgebende Pulver das Bauteil während des gesamten Druckprozesses trägt. Nach dem Druck kühlt der Bauraum kontrolliert ab, um thermische Spannungen zu vermeiden. Erst dann werden die Bauteile aus dem Pulverbett entnommen und von anhaftendem Pulver befreit – fertig ist Ihr belastbares Funktionsbauteil.

Der größte Vorteil des SLS-Verfahrens liegt in der Kombination aus Gestaltungsfreiheit und mechanischen Eigenschaften. Im Gegensatz zum FDM-Verfahren benötigen Sie keine Stützstrukturen – selbst bei extremen Überhängen, Hinterschneidungen oder komplexen Innengeometrien. Das spart Zeit bei der Nachbearbeitung, da keine Stützen entfernt werden müssen. Außerdem ist die Oberflächenqualität im Überhangbereich im SLS 3D-Druck besser. 

Die mechanischen Eigenschaften von SLS-Bauteilen sind deutlich besser als bei SLA-Resin-Drucken. SLS-Teile aus PA12 oder PA11 sind zäh, schlagfest und temperaturbeständig bis etwa 80-100°C (bei Standardmaterialien). Sie eignen sich daher nicht nur als Prototypen, sondern auch als funktionale Endbauteile in anspruchsvollen Umgebungen. Die Festigkeit ist nahezu isotrop, das heißt, die Bauteile sind in alle Raumrichtungen gleich belastbar – ein großer Vorteil gegenüber FDM, wo die Schichthaftung oft die Schwachstelle ist.

Ein weiterer Pluspunkt: SLS-Bauteile benötigen keine Post-Aushärtung wie SLA-Teile. Sie sind sofort nach dem Entpacken einsatzbereit. Zudem ermöglicht das Nested Printing – das Stapeln mehrerer Bauteile im Bauraum – eine extrem effiziente Kleinserienfertigung. Während bei FDM und SLA jedes Teil einzeln gedruckt werden muss, können Sie beim SLS mehrere Dutzend Teile gleichzeitig fertigen lassen.

Gegenüber dem FDM ist noch ein entscheidender Vorteil, dass das SLS Verfahren meistens OHNE Infill auskommt und die gedruckten Teile massiv sind. So sind SLS Bauteile meistens stabiler wie FDM Bauteile.

Nein, beim SLS benötigen Sie grundsätzlich keine Stützstrukturen – und das ist einer der größten Vorteile dieses Verfahrens. Das umgebende Pulverbett übernimmt die Funktion der Stütze während des gesamten Druckprozesses. Überhänge von 90°, Hinterschneidungen, filigrane Strukturen oder komplexe Innengeometrien sind problemlos realisierbar, ohne dass zusätzliches Material angebracht werden muss.

Das bedeutet für Sie: keine zeitaufwändige Entfernung von Stützstrukturen, keine Beschädigung der Oberfläche durch Abbrechen von Supports und keine Materialverschwendung. Besonders bei komplexen Bauteilen mit vielen Freiformflächen ist das ein enormer Zeitvorteil. Während bei allen anderen 3D-Druck Verfahren oft Stunden für die manuelle Nachbearbeitung eingeplant werden müssen, können SLS-Teile direkt nach dem Entpulvern weiterverarbeitet oder eingesetzt werden.

Ein kleiner Hinweis: Bei sehr großen, flächigen Bauteilen kann es in seltenen Fällen zu leichtem Verzug kommen, da das Material beim Abkühlen schrumpft. In solchen Fällen können konstruktive Maßnahmen wie Rippen oder Versteifungen helfen, die Formstabilität zu gewährleisten. Echte Stützstrukturen im klassischen Sinne sind aber auch hier nicht nötig.

Obwohl beide Verfahren auf dem Prinzip des schichtweisen Laserschmelzens basieren, gibt es fundamentale Unterschiede. SLM (Selective Laser Melting) wird für metallische Werkstoffe eingesetzt – typischerweise Aluminium, Titan, Edelstahl oder Werkzeugstahl. Beim SLM wird das Metallpulver vollständig aufgeschmolzen und verschweißt, was deutlich höhere Laserleistungen und eine Schutzgasatmosphäre erfordert.

SLS hingegen arbeitet mit thermoplastischen Kunststoffen wie Polyamid (PA12, PA11, TPU) und benötigt deutlich geringere Temperaturen. 

Ein weiterer wichtiger Unterschied: Bei SLM sind Stützstrukturen zwingend erforderlich, da geschmolzenes Metall ohne Unterstützung zusammensacken würde. Diese Metallstützen müssen aufwändig mechanisch entfernt werden. Beim SLS entfällt dieser Schritt komplett, da das Pulverbett als Stütze dient. Zudem ist SLS deutlich kosteneffizienter als SLM – sowohl in der Anschaffung der Maschinen als auch in den Betriebskosten und der Nachbearbeitung.

Die Wahl des richtigen Materials hängt von den spezifischen Anforderungen Ihres Bauteils ab. Für die meisten Anwendungen ist PA12 die erste Wahl: Es bietet eine ausgewogene Kombination aus Festigkeit, Zähigkeit, Schlagfestigkeit und Temperaturbeständigkeit bis etwa 80-100°C. PA12 eignet sich hervorragend für Funktionsprototypen, Gehäuse, Halterungen, Clips und technische Bauteile aller Art.

Wenn Sie höhere Steifigkeit und bessere Wärmeformbeständigkeit benötigen, ist PA12-GB (Glaskugel verstärkt) die richtige Wahl. Die Glaskugeln erhöhen die Steifigkeit um bis zu 50% gegenüber Standard-PA12 und verbessern gleichzeitig die Oberflächenqualität. Dieses Material kommt häufig bei Vorrichtungen, Lehren und strukturellen Funktionsteilen zum Einsatz, da es einen guten Oberflächenverschleiß und hohe Druckfestigkeit besitzt.

Für Leichtbau-Anwendungen empfiehlt sich PA11-CF (carbonfaserverstärkt). Es kombiniert hohe Steifigkeit mit reduziertem Gewicht und einer ansprechend matten Optik. Typische Einsatzgebiete sind Drohnenkomponenten, Sportausrüstung und Strukturbauteile im Automobilbau, bei denen jedes Gramm zählt.

Benötigen Sie Flexibilität, ist TPU die richtige Wahl. Dieses elastomere Material verhält sich gummiähnlich und eignet sich perfekt für Dichtungen, Dämpfungselemente und flexible Verbindungen.

Für nachhaltige Projekte bietet sich PA11 an – ein biobasiertes Polyamid mit vergleichbaren Eigenschaften zu PA12, aber aus nachwachsenden Rohstoffen.

Wenn Sie unsicher sind, beraten wir Sie gerne individuell anhand Ihrer Lastfälle, Umgebungsbedingungen und Funktionsanforderungen.

Ja, SLS-Bauteile gehören zu den mechanisch belastbarsten Teilen aus dem 3D-Druck-Bereich. PA12-Bauteile erreichen Zugfestigkeiten von etwa 45-50 MPa und Bruchdehnungen von 15-20% – Werte, die durchaus mit spritzgegossenen Kunststoffteilen vergleichbar sind. Die Schlagzähigkeit liegt bei etwa 5-6 kJ/m², was SLS-Teile extrem robust gegenüber Stößen und Schlägen macht.

Ein entscheidender Vorteil ist die nahezu isotrope Festigkeit: Anders als bei FDM, wo die Schichthaftung oft die Schwachstelle darstellt, sind SLS-Bauteile in alle Raumrichtungen gleichmäßig belastbar. Es gibt keine bevorzugte Bruchrichtung entlang der Layer-Linien. Das macht SLS besonders geeignet für Bauteile, die multidirektionale Belastungen aushalten müssen.

Die Temperaturbeständigkeit von PA12 liegt dauerhaft bei etwa 80-100°C, kurzzeitig sind auch 120°C möglich. Für höhere Temperaturen gibt es Spezialmaterialien wie PA6 oder Hochtemperatur-Varianten. Auch die chemische Beständigkeit ist hervorragend: PA12 ist resistent gegen Öle, Fette, Benzin, viele Lösungsmittel und schwache Säuren/Laugen.

In der Praxis werden SLS-Bauteile daher nicht nur als Prototypen, sondern auch als echte Funktionsteile in der Serienproduktion eingesetzt – etwa als Luftführungen in Fahrzeugen, als Halterungen in Maschinen oder als Verschleißteile in technischen Anwendungen.

Ja, SLS-Teile aus PA12 sind grundsätzlich für den Außeneinsatz geeignet, allerdings mit gewissen Einschränkungen. Polyamide sind von Natur aus nicht vollständig UV-beständig – bei dauerhafter Sonneneinstrahlung kommt es über die Zeit zu einer leichten Vergilbung und einem allmählichen Abbau der mechanischen Eigenschaften. Für kurz- bis mittelfristige Außenanwendungen (1-2 Jahre) ist PA12 aber durchaus geeignet.

Wenn Sie langfristige UV-Beständigkeit benötigen, gibt es mehrere Lösungsansätze: Eine nachträgliche Lackierung oder Beschichtung schützt das Bauteil effektiv vor UV-Strahlung und verbessert gleichzeitig die Witterungsbeständigkeit. Hier haben wir spezielle Imprägnierungen, welche die Witterungsbeständigkeit deutlich erhöhen!

Die Feuchtigkeitsaufnahme von PA12 liegt bei etwa 1-2% unter Standardbedingungen. Das Material ist also nicht komplett feuchtigkeitsresistent, zeigt aber auch bei höherer Luftfeuchtigkeit kaum Dimensionsveränderungen oder Festigkeitseinbußen. Für permanente Feuchtumgebungen oder vollständige Wasserimmersion sollten Sie jedoch prüfen, ob das Material für Ihre spezifische Anwendung geeignet ist. Optional sprechen Sie uns an, so dass wir Ihnen unsere Imprägnierungslösungen einmal mit anbieten können.

Temperaturmäßig ist PA12 im Außenbereich von -40°C bis +80°C problemlos einsetzbar – damit decken Sie die meisten klimatischen Bedingungen ab.

SLS-Bauteile haben eine charakteristische, leicht raue Oberfläche mit einer matten, körnigen Textur. Diese entsteht durch die Pulverpartikel, die während des Sinterprozesses verschmelzen. Die Oberflächenrauheit liegt typischerweise bei Ra 12-25 µm, abhängig von der verwendeten Partikelgröße und den Druckparametern.

Die Oberfläche ist nicht spiegelglatt wie bei SLA-Drucken, aber deutlich feiner als bei FDM-Teilen. Man sieht (je nach Maschine und Parametersatz) keine Layer-Linien wie beim Schichtverfahren, sondern eine gleichmäßig strukturierte, sandstrahlähnliche Oberfläche. Die Haptik ist angenehm griffig und erinnert etwas an fein geschliffenes Holz oder unpolierte Keramik.

Für viele technische Anwendungen ist diese Oberfläche vollkommen ausreichend und wird sogar geschätzt, da sie eine gute Griffigkeit bietet und Verschmutzungen kaum sichtbar sind. Die leicht poröse Struktur hat zudem den Vorteil, dass Farben und Lacke sehr gut haften.

Wenn Sie jedoch eine glattere Oberfläche benötigen, stehen verschiedene Nachbearbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung: Glasperlstrahlen erzeugt eine gleichmäßigere, seidig-matte Oberfläche. Chemisches Glätten mit Lösungsmitteldampf kann die Oberfläche glätten. Und natürlich können Sie SLS-Teile auch schleifen, spachteln und lackieren wie konventionelle Kunststoffteile.

SLS-Bauteile lassen sich vielfältig nachbearbeiten – sowohl mechanisch als auch chemisch oder durch Beschichtungen. Die gängigsten Verfahren sind:

Glasperlstrahlen: Hierbei wird die Oberfläche mit feinen Glasperlen unter Druck behandelt. Das erzeugt eine gleichmäßigere, glattere Oberfläche und verbessert die Haptik erheblich. Glasperlstrahlen ist besonders sinnvoll, wenn Sie eine einheitliche, professionelle Oberflächenqualität benötigen.

Chemisches Glätten: Durch Behandlung mit Lösungsmitteldämpfen wird die Oberfläche angelöst und fließt nach – ähnlich wie bei einer Politur. Das Ergebnis sind nahezu glatte, hochglänzende Oberflächen.

Färben und Lackieren: PA12 lässt sich hervorragend einfärben oder lackieren. Durch Tauchfärbung können Sie Bauteile nahe der Oberfläche durchfärben, Lackierungen ermöglichen nahezu jede gewünschte RAL- oder Pantone-Farbe. Die leicht raue Oberfläche sorgt für hervorragende Lackhaftung.

Infiltrieren: Durch Tränkung mit Harzen oder Wachsen kann die Dichte erhöht und die Oberfläche weiter verdichtet werden. Das verbessert auch die mechanischen Eigenschaften, die Wasseraufnahmefähigkeit und die UV-Beständigkeit.

Mechanische Bearbeitung: SLS-Teile lassen sich problemlos bohren, fräsen, gewindeschneiden oder drehen. Die Bearbeitung ist vergleichbar mit konventionellen thermoplastischen Kunststoffen. Das ermöglicht nachträgliche Anpassungen oder das Einbringen von Präzisionsmerkmalen.

Die typische Maßtoleranz beim SLS liegt bei ±0,4% des Nennmaßes, mindestens jedoch ±0,1 mm – je nachdem, welcher Wert größer ist. Bei Serienteilen und der Optimierung von Druckteilen und Druckjobs sind Toleranzen im Bereich der ISO 2768-m ( ±0,2%) möglich. Allerdings ist dies nur bei größeren Serien und nicht bei Einzelteilen und Kleinstserien realisierbar, da hier meist die Optimierung zu teuer wäre und die Stückkosten zu hoch würden. 

Diese Toleranzen gelten für gut konstruierte Bauteile unter optimalen Druckbedingungen. In der Praxis können verschiedene Faktoren die Maßhaltigkeit beeinflussen: Bauteilgröße, Wandstärke, Position im Bauraum, Materialwahl und vor allem thermische Effekte beim Abkühlen.

Besonders kritisch sind große, flächige Bauteile, da hier beim Abkühlen leichter Verzug auftreten kann. Auch Innenmaße sind oft enger als Außenmaße, da das Material beim Abkühlen schrumpft. Für hochpräzise Passungen oder funktionskritische Abmessungen empfiehlt sich daher eine mechanische Nachbearbeitung – etwa Bohren, Aufweiten oder Fräsen.

Wenn Sie engere Toleranzen benötigen (z.B. ±0,05 mm für Passflächen), sollten Sie das bereits in der Konstruktion einplanen und entsprechende Aufmaße vorsehen. Wir beraten Sie gerne, welche Maße nachbearbeitet werden sollten und wie Sie Ihre Konstruktion optimal für das SLS-Verfahren auslegen.

Obwohl SLS eine enorme Gestaltungsfreiheit bietet, gibt es einige Konstruktionsregeln, die Sie beachten sollten, um optimale Ergebnisse zu erzielen:

Wandstärken: Die minimale Wandstärke sollte 0,7-1,0 mm betragen, um ausreichende Stabilität zu gewährleisten. Dünnere Wände können zwar gedruckt werden, sind aber sehr fragil. Für belastete Bauteile empfehlen wir Wandstärken ab 1,5 mm. Sehr dicke Vollmaterialbereiche (>10 mm) sollten vermieden werden, da hier Spannungen beim Abkühlen entstehen können – nutzen Sie stattdessen Rippen, Wabenstrukturen oder Hohlräume.

Bohrungen und Öffnungen: Bohrungen sollten mindestens Ø 1,0 mm haben. Kleinere Löcher können sich mit Pulver zusetzen. Bei größeren Bohrungen bis etwa Ø 5 mm kann Restpulver im Inneren verbleiben – planen Sie ggf. Entlüftungs- oder Ausspülöffnungen ein. Für funktionskritische Bohrungen empfiehlt sich eine Nachbearbeitung.

Hohlräume: Geschlossene Hohlräume sind möglich, aber schwierig – das nicht verschmolzene Pulver muss irgendwie entfernt werden können. Planen Sie daher Entleerungsöffnungen (mind. Ø 3-5 mm) an den tiefsten Stellen ein, durch die das Pulver ausgeklopft oder ausgespült werden kann.

Gewinde: Funktionsgewinde sollten nach dem Druck nachgeschnitten werden, da die Oberflächenrauheit und Toleranzen keine präzise Funktion garantieren. Planen Sie Kernbohrungen mit 0,3-0,5 mm Aufmaß ein.

Schriftzüge und Details: Erhabene Schriften sollten mindestens 0,3 mm hoch und 0,8 mm breit sein. Vertiefte Gravuren mindestens 0,3 mm tief und 1,0 mm breit. Feinere Details können verloren gehen oder mit Pulver gefüllt sein.

Passungen: Für Steckverbindungen oder Passungen sollten Sie Spiele von 0,3-0,5 mm einplanen. Ohne Nachbearbeitung sind Presspassungen kaum realisierbar.

Die maximale Bauteilgröße hängt vom verwendeten SLS-Drucker ab. Typische industrielle SLS-Systeme haben Bauraumgrößen von:

Kompakte Systeme: ca. 200 x 200 x 300 mm
Standard-Industriemaschinen: ca. 300 x 300 x 400 mm
Großformat-Systeme: bis 700 x 340 x 540 mm

Bei PROTOTEC arbeiten wir mit professionellen Industrieanlagen, die Bauteile bis zu einer Größe von ca. 700 x 340 x 540 mm ermöglichen. Das reicht für die allermeisten Anwendungen völlig aus – von kleinen Clips und Halterungen bis zu größeren Gehäusen oder Strukturbauteilen.

Wenn Ihr Bauteil größer ist, gibt es mehrere Lösungen: Sie können das Bauteil in mehrere Segmente aufteilen und diese nachträglich verkleben, verschrauben oder stecken. Mit entsprechender Konstruktion (z.B. Nut-Feder-Verbindungen oder Schraubdome) lassen sich auch sehr große Baugruppen aus mehreren SLS-Teilen realisieren, die kaum von einem einteiligen Bauteil zu unterscheiden sind.

Für Kleinteile gibt es theoretisch keine Untergrenze – wir haben schon Bauteile von wenigen Millimetern Größe erfolgreich gefertigt. Allerdings wird bei sehr kleinen Teilen die Handhabung schwierig, und das Verhältnis von Material- zu Bauteilkosten wird ungünstig.

Die Entscheidung zwischen SLS, Spritzguss und CNC-Fräsen hängt stark von der Stückzahl, Geometrie und Ihren Anforderungen ab:

SLS vs. Spritzguss:
Spritzguss ist das klassische Serienverfahren – aber erst ab etwa 1.000-10.000 Stück wirtschaftlich. Die Werkzeugkosten liegen schnell bei 5.000-50.000 € je nach Komplexität. Für die Werkzeugentwicklung müssen Sie zudem 4-8 Wochen einplanen. SLS ist werkzeuglos und liefert Ihnen die ersten Teile bereits in 3-7 Tagen.

Break-Even-Punkt:
Für Kleinserien von 1-500 Stück ist SLS fast immer günstiger als Spritzguss. Zwischen 500-2.000 Stück sollten Sie eine detaillierte Kalkulation machen – hier können beide Verfahren sinnvoll sein. Ab 5.000+ Stück ist Spritzguss in der Regel wirtschaftlicher, es sei denn, Ihre Geometrie ist so komplex, dass teure Schieberwerkzeuge nötig wären oder die Stückzahlen stark schwanken. Grundsätzlich können wir sagen, je kleiner die Teile, je größer darf die Stückzahl sein, die im SLS noch wirtschaftlich gedruckt werden kann.

Zusätzlicher Vorteil:
Mit SLS können Sie sofort loslegen, ohne Werkzeugrisiko. Änderungen an der Geometrie? Kein Problem – bei SLS passen Sie einfach die CAD-Datei an. Beim Spritzguss müssten Sie ein neues Werkzeug bauen.

SLS vs. CNC-Fräsen:
CNC-Fräsen ist ideal für Metallteile oder wenn Sie Präzision und spezielle Oberflächengüten benötigen. Für Kunststoffteile ist CNC oft teurer als SLS, besonders bei komplexen Geometrien. Warum? Beim Fräsen müssen Sie Material wegspanen – je komplexer das Teil, desto aufwändiger die Programmierung und desto mehr Werkzeugwechsel.

SLS-Vorteil:
Hinterschneidungen, Hohlräume, organische Freiformflächen – alles kein Problem. Beim Fräsen müssten Sie oft mehrere Teilspannungen einplanen oder das Bauteil sogar mehrteilig konstruieren und später fügen.

Vorteil Fräsen:
Höhere Präzision (±0,01-0,05 mm möglich), glattere Oberflächen, und bei sehr großen Vollmaterialblöcken oft wirtschaftlicher.

Fazit:
Für Prototypen und Kleinserien (je nach Größe der Bauteile) bis 10.000 Stück ist SLS meist die beste Wahl. Für präzise Metallteile nehmen Sie CNC-Fräsen, für große Serien ab 5.000+ Stück oftmals Spritzguss. Und für komplexe Geometrien bei mittleren Stückzahlen? Ganz klar SLS!

Weiterführende Themen

Das könnte Sie als Nächstes interessieren

KategorieBeschreibungZum Beitrag
Wissen80% unserer Aufträge sind Serienaufträge. Was man dazu wissen muss.3D-Druck in der Serie
WissenWissen Sie, wie Sie Toleranzen im 3D-Druck optimieren können?Toleranzen im 3D-Druck
MaterialSie brauchen mehr Informationen zu unseren 70+ Materialien?3D-Druck Materialübersicht
VerfahrenWas wir so alles können, 10+ Verfahren stehen zur Wahl3D-Druck Dienstleistung
WikiStöbern Sie in unserer umfangreichen WissensdatenbankPROTOWIKI: Wissensdatenbank

3D-Druck Insights erhalten

Erhalte kostenfrei 8-12x pro Jahr alle Updates
zu neuen Podcast Folgen, Events und Neuigkeiten im 3D-Druck!

Kein Spam · Abmeldung jederzeit möglich