Prototec: 3D-Druck Service und Dienstleistung

Cover des Podcasts „3D-Druck Wissen“ von PROTOTEC

#015 Wettbewerbsvorteil 3D-Druck: Wer vorwegläuft, gewinnt

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#3DDruckWissen #Wettbewerbsvorteil #3DDruck

China bringt ein neues Produkt in sechs Monaten auf den Markt, wir brauchen dafür 18. In dieser Episode spreche ich darüber, warum Geschwindigkeit kein Qualitätsverzicht ist und wie 3D-Druck dabei hilft, diesen Rückstand aufzuholen. Nicht als Versprechen, sondern als konkreter Hebel für Produktentwicklung und Serienfertigung.

Takeaways

* 80 Prozent Funktionalität und anfangen schlägt 100 Prozent warten: Wer zuerst am Markt ist, verdient zuerst Geld und lernt schneller durch echtes Kundenfeedback.

* Gedruckte Werkzeuge mit konturnaher Kühlung können die Zykluszeit im Spritzguss um bis zu 20 Prozent senken, ohne dass neue Maschinen nötig sind.

* Bei neuen Produkten mit unklaren Stückzahlen rechnet sich 3D-Druck auch dann, wenn der Stückpreis höher liegt als beim Spritzguss.

Chapters

* 00:00:47 Einstieg: China 6 Monate, wir 18

* 00:01:00 AM Innovation Day in Attendorn

* 00:02:05 Deutschland optimiert auf Perfektion

* 00:03:12 China hat keine besseren Ingenieure

* 00:03:36 MVPs: Was US-Startups anders machen

* 00:04:26 ChatGPT als Beweis für 80 Prozent und anfangen

* 00:05:24 80 Prozent schlägt 100 Prozent warten

* 00:06:16 3D-Druck als Geschwindigkeitshebel

* 00:08:20 Das Mistral-Beispiel: Tempo in Business-Entscheidungen

* 00:10:46 Europäische Behäbigkeit als Wettbewerbsproblem

* 00:11:57 Zurück zu 3D-Druck und Prozessgeschwindigkeit

* 00:12:14 Konturnahe Kühlung: 20 Prozent mehr Kapazität ohne neue Maschinen

* 00:13:55 Gedruckte Werkzeuge und seriennahe Prototypen

* 00:15:07 Iteration mit geringem Lagerrisiko

* 00:16:09 Datei tauschen statt Werkzeug bauen

* 00:17:14 Das erste Jahr: Wer zu langsam ist, verbrennt Geld

* 00:18:52 Vorweglaufen als Strategie

* 00:19:59 Empfehlung für neue Produkte in neuen Märkten

* 00:20:29 CTA

FAQ

* Was kostet zu langes Warten beim Produktanlauf? Im ersten Jahr kann ein Unternehmen Geld verbrennen, wenn Werkzeugbau, Lageraufbau und Iteration zu lange dauern. 3D-Druck verkürzt diesen Vorlauf erheblich.

* Ist 3D-Druck wirklich günstiger als Spritzguss? Nicht zwingend pro Teil. Aber bei neuen Produkten mit unklaren Stückzahlen sinken Gesamtkosten, wenn Werkzeugrisiko und Iterationsaufwand eingerechnet werden.

* Was sind konturnahe Kühlwerkzeuge? Gedruckte Spritzgusswerkzeugkerne mit bauteilnah geführten Kühlkanälen, die sich konventionell nicht fräsen lassen. Sie senken die Zykluszeit und erhöhen die Kapazität ohne neue Maschinen.

Link zur Webseite: https://prototec.de

LinkedIn Profil: https://de.linkedin.com/in/torsten-wolschendorf

Instagram: https://www.instagram.com/prototecattendorn/

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Transcript

Torsten: China bringt ein neues Produkt in sechs Monaten auf den Markt und wir brauchen dafür 18. Und dann diskutieren wir noch, ob die Toleranz nur 0,1 oder 0,15 Millimeter sein soll. Genau das ist das, worüber wir heute reden. Aber kurz vorab, mein Name ist Torsten Wolschendorf und wer diesen Podcast schon länger betreut oder mithört, der weiß, bei mir geht es wirklich Anwendungswissen. Und ich möchte heute ein bisschen über die Geschwindigkeit reden.

Und zwar hatte ich ja Wenn der Podcast kommt, wahrscheinlich zwei Wochen her, weil ich etwas im Vorlauf bin. Also ich hatte diese Woche, also für alle, es hören, vor zwei Wochen hatte ich einen AM Innovation Day, also einen 3D-Druck-Event bei uns in Attendorn gemacht. Und da ging es eigentlich das Thema Geschwindigkeit und alles, wie man mit 3D-Druck eigentlich Geschwindigkeit erzeugen kann, beziehungsweise Prozesse und auch Produkte schneller an den Markt bekommt und Prozesse schneller aufbauen kann.

Und wir leben das ja immer wieder. Und das ist eigentlich das, was bei den Produkten ja oft heutzutage zuvorkommt, dass China einfach eine extrem hohe Geschwindigkeit an Tag gelegt hat oder an Tag legt. Und die Frage ist ja, wie machen die das und warum können wir das nicht? Beziehungsweise umgekehrt, wenn wir das wollen, was müssen wir eigentlich tun? Wir haben in Deutschland ja eigentlich das Problem, dass wir auf Perfektion alles trimmen.

Also wir kommen ja aus dem Automobilbereich. Da geht es ja immer die Nullfehlerquote. Und in China geht es eigentlich Tempo. Die wollen uns überholen. Das sieht man jetzt wieder in dem Bereich Robotik. die ganzen Humanoiden und ähnliches, da sieht man ja, was die da für ein Tempo vorlegen. Und es geht gar nicht darum, diese Humanoiden, die die da hatten, die haben jetzt Olympische Spiele ausgetragen und da sieht man einfach, die sind darauf programmiert, dass sie genau das tun, was sie dort sollen, ob sie laufen, springen, hüpfen, was weiß ich, was sie sollen, darauf sind sie programmiert Aber es zeigt, mit welcher Geschwindigkeit die da vorgehen.

Und die Roboter sind mit Sicherheit alles andere oder die Humanoiden wie perfekt. Aber sie fangen an. Sie machen und sie gehen nicht erst in die letzte Iteration, wollen das letzte Quäntchen Perfektion daraus kriegen, sondern sie lernen on the fly. Und das ist eigentlich was, der deutsche Markt überhaupt nicht kann. Also mal ein Produkt auf den Markt bringen und dann einfach mal schauen. China hat nicht die besseren Ingenieure, sondern die haben einfach weniger Angst vor Iterationen.

Und das ist ein großer, großer Unterschied. Und da sind wir einfach als Deutsche oder Europäer, als westlich europäische Gemeinschaft egal, da nehme ich die ganzen drum herum nicht aus sind einfach ängstlich. Wenn man da zum Beispiel nicht nur China, sondern auch in den USA Die US-amerikanischen Start-ups zum Beispiel bauen, das nennt sich dann MVPs, Minimum Viable Products, also minimal fähige oder brauchbare Produkte zu generieren.

Und die lernen dann extrem schnell, weil sie die Produkte auf den Markt bringen. Und danach einfach zu den Produkten durch Feedback, Kundenfeedbacks und und und einfach lernen und dadurch schneller iterieren, schneller Geld verdienen. Und das, was sie schon verkaufen durch die Early Adopter oder First Mover Sachen, die verdienen ja schon Geld. Und bei Produkten, gerade wenn es neue Produkte sind, steigen ja oft die Leute schon ein und wollen diese Produkte einfach haben und testen.

Dabei spielt es ja keine Rolle, was wir in der Vergangenheit bisher gemacht haben. Das ist ja bei ganz vielen Produkten der Fall sondern die sind noch nicht 100 Prozent ausgereift, aber man will es testen. man sich an KI-Systemen, OpenAI, wo das erste Chat GPT rauskam, würden man jetzt unter heutigen Bedingungen, würde man ja sagen, das war ja noch alles andere als ein perfektes System. Viel halluziniert, die Antworten waren teilweise nicht richtig und und und.

Wenn man das einfach mal vergleicht zu heute, hätten Sie das nicht auf den Markt gebracht damals? Wären Sie mit Sicherheit nicht eines der ersten Unternehmen gewesen, die das gemacht hätten? Hätten Sie das nach deutscher Gründlichkeit bis zur Perfektion alles gemacht, wäre das Produkt heute noch nicht auf dem Markt. Also Open AI hätte mit der deutschen Gründlichkeit aus meiner Sicht, persönlichen Sicht, heute noch nicht existiert Und das ist vielleicht auch was für diese ganzen europäischen KI-Systeme zum Ich glaube, dass, also klar, wir haben weniger Geld hier im Markt.

Und die Unternehmen haben auch weniger Geld. Aber ich glaube, selbst mit mehr Geld würden wir trotzdem, wir streben einfach noch zu sehr an die Perfektion. Und das ist eigentlich was, 80 Prozent Anfang schlägt einfach immer wieder 100 Prozent warten. Und nachher die 100 Prozent vielleicht niemals zu erreichen und das Produkt einfach niemals richtig auf den Markt zu bekommen. Oder wenn man es auf den Markt hat. ist das zwar theoretisch nach 100 Prozent Ingenieurskunst entwickelt und technisch vielleicht ausgereift, aber Markt völlig vorbei.

Das bedeutet auch, wenn ich 80 Prozent habe, also diese MVPs, wie es in USA gemacht wird, und ich das Produkt auf den Markt gebe und dann einfach durch Kundenfeedbacks weiter iteriere und das Produkt perfektioniere, dann bin ich doch eigentlich mit einer Entwicklung am Markt. Und das ist was, was ich irgendwie bei deutschen Unternehmen an vielen Stellen vermisse und wie bringe ich das jetzt in Zusammenhang mit 3D-Druck?

Gerade wenn ich nur so ein 80 % Produkt am Markt platziere, wo ich vielleicht sage, das ist noch nicht 100 % das, was der Markt möchte und es geht mir nicht darum zu sagen, dass es 100 % Qualität …oder 80 % Qualität, sondern die Qualität muss schon im gewissen Rahmen stimmen. Es muss aber noch nicht bis zur letzten Instanz Perfektion dahinter stecken, sondern man kann mit 80 % Funktionalität, so will ich es mal vorsichtig sagen, kann man ja schon durchaus ein Produkt am Markt, vor allem wenn es neu ist und wenn es gewisse neue Umstände oder neue Funktionen hat, kann man es ja platzieren und dann einfach mit dem Markt wachsen und mit dem Feedback wachsen und dann ist halt das, dass man dann schnell iterieren muss Das schnelle Iterieren ist jetzt wieder in dieser deutschen Gründlichkeit.

Wir iterieren ja nicht, sondern wir machen ja alles direkt im Spritzguss, bauen ein Werkzeug und warten dann darauf, dass so einer Million Teile skaliert. Das kann man machen, wenn man sich mit dem Produkt sicher ist. Wenn das Produkt am Markt existiert, man den Markt durch Sättigung hat oder eine gewisse Marktpräsenz, dass man tatsächlich sagt, okay, das ist ein Nachfolgeprodukt, das ersetzt jetzt einfach das Vorgängerprodukt.

Und bisher hatten wir die Stückzahlen eine Million, was weiß ich, 100.000, konnten wir damit umsetzen Wir tauschen das Produkt jetzt nur und dann machen wir da einfach so weiter. Dann kann man sagen, ja, dann ist es ja nicht so, dass das ein neues Produkt ist, sondern das wird einfach nur in Details oder so was wird verändert, optimiert und dann läuft das Produkt weiter. Aber es geht ja wirklich die Frage, wenn wir heute mit KI, mit Geschwindigkeit, wie entwickeln sich eigentlich neue Produkte?

Wie entwickeln sich unsere Märkte? Wie entwickeln sich später humanoide Systeme? Wie werden diese humanoiden Systeme unseren Arbeitsalltag, unsere Wirtschaft, unsere Industrie. Wie werden die die beeinflussen? Das bedeutet, wir müssen ja heute mit gewissen Produkten relativ schnell sein. Wir müssen überlegen, wie bekommen wir die Flexibilität mit neuen Produkten und passen uns entsprechend schnell auch an die äußeren Rahmenbedingungen an.

Und vielleicht da noch mal ein anderes Beispiel, weil mir das gerade in den Sinn kommt. habe mal vor kurzem habe ich einen Podcast gehört, da ging es den OpenClaw Gründer Peter Steinberger. Das ist ein Österreicher und OpenClaw ist ein KI. oder ein System, was verschiedene KI-Systeme ganz einfach miteinander verknüpfen kann. Und man kann dem über einen Chatfenster verschiedene Aufgaben geben und das System organisiert das dann bis zu Aufgaben auf einem lokalen Rechner, auf Dateisysteme zugreifen und so weiter.

Und es gab damals, das hatte er im Podcast selber so gesagt er ist nachher oder das Unternehmen OpenClaw, was er dort gegründet hatte, ist von OpenAI gekauft worden. er hatte Gespräche mit Meta, OpenAI und Mistral, zum Beispiel Mistral als französischen europäischen Pendant Er hatte also mit verschiedenen KI-System-Anbietern gesprochen, ob da ein Interesse an der Zusammenarbeit besteht. Und wiederum auf diese Geschwindigkeit zurückzukommen, Meta und OpenAI haben direkt gesagt, lass uns treffen.

Das haben die mehr oder weniger in ein, zwei, drei Tagen haben die das erledigt. Das heißt, der Anruf kam, die haben sich getroffen, ist einer hin und her geflogen, wer zu wem, weiß ich jetzt nicht mehr, das ist aus dem Podcast nicht rauskommen. Wie war die Reaktion von Mistral? Also, diesem europäischen System? Ja, okay, dann lass uns mal in drei Wochen telefonieren. Also, es ist einfach so von der Geschwindigkeit …

Bis der Termin theoretisch, Mistral in drei Wochen Telefontermine bekommt, war der Deal eigentlich schon abgeschlossen. Wieder so ein Beispiel. Im Prinzip die Amerikaner mit ihrem Arbeitseifer so, let’s go, ja, okay, lass mal gucken. Auch da wieder keine Angst. Die iterieren, die wollen gucken, die wollen vorwärtsgehen und und und. Wir auf unserer europäischen Insel hier, der Sättigung und der Gemächlichkeit, das erinnert mich immer so bisschen an dieses römische Reich, wo die früher auf ihren Liegen da saßen, die Weintrauben in der Hand sich dahingelegt haben auf der Seite und die Bilder, die man so kennt und dann genüsslich an ihren Weinträubchen da futtern.

Wir haben immer dann noch dieses Ja, überarbeite dich nicht, Burnout, Work-Life-Balance und so. Wir haben so eine Behäbigkeit und ich finde, das muss eigentlich aus unserem Land und aus unserer unserer europäischen Kultur ein wenig mal wieder weg. Aus meiner Sicht, persönlicher Sicht. Das kann jeder anders sehen. Da bin ich gerne für Diskussionen bereit. Aber aus meiner Sicht, was heute auf der Welt passiert, können wir uns das eigentlich nicht leisten.

Es geht nicht darum, dass das vielleicht angenehm ist und dass ja, dass sich jeder im Prinzip auch so ein bisschen Optimum, was muss ich geben, für welche Leistungen, ist mein Output? Natürlich versucht jeder, irgendwo sich zu optimieren. Aber wenn wir dann sehen, weltweit die Geschwindigkeit in einer anderen Dimension läuft, wenn weltweit USA, China, Indien, wenn da das Wort Gemütlichkeit oder Work-Life-Balance, das gibt es dort nicht.

Es ist nicht da. Und wenn wir gegen die konkurrieren wollen und im Wettbewerb bestehen, dann können wir ja nicht hier bei uns in den Ländern sagen, das ist unser Ziel. Und da ist immer wieder das Gleiche. Wenn wir da zurückkommen, also ich hatte ja gesagt, USA und China und so weiter, die denken da anders, noch mal zurück zu diesem Thema Geschwindigkeit und 3D-Druck. Wir sind im Bereich Prototypen.

Wir können auch da Geschwindigkeit schon reinbringen. Ich hatte jetzt auf den AM Innovation Days, also auf unserem 3D-Druck Event, hatte ich ja einen Vortrag von Juri Müller auch noch mal im Bereich Werkzeuge. Mit diesen konturnah gekühlten Werkzeugen, die wir drucken und danach gearbeitet werden, kann man Prozesszeiten beschleunigen. Das heißt, wir haben einfach mehr Kapazität auf den gleichen Maschinen.

Wenn alle Werkzeuge, rein technisch gesehen jetzt erstmal, die man bei sich im Spritzguss im Unternehmen hat, wenn theoretisch alle Werkzeuge 20 Prozent schneller laufen würden, wäre dann ja automatisch eine 20-prozentige Kapazitätsreserve im Unternehmen, ohne dass ich neu investieren muss in Maschinen. Und wenn man das dann auch noch geschickt macht durch Einsparungen an Material und und und. dann habe ich ja noch nicht mal höhere Werkzeugkosten.

Und wenn ich dann überlege, dass wir bei den gedruckten Werkzeugen mit der Art und Weise, wie zum Beispiel Juri das Design macht, er also in dem Moment, wo das Teil fertig ist und die Stammform einigermaßen klar ist, dann iteriert er das innerhalb von Stunden, hat das Werkzeug innerhalb von von Minuten bis Stunden fertig, hat die Datei fertig, die kann dann zum Beispiel zu uns zum Drucken. Wir brauchen dann vielleicht zwei, drei Tage zum Drucken.

Und danach braucht man noch bisschen Zeit zum Fräsen, aber ich sag mal so ein Werkzeug ohne das ganze drum herum kann man in zwei bis drei Wochen aufbauen. Und dann ist es ein Serienwerkzeug. Also ist ja nicht hier irgendwie ein Rumgeklimper mit irgendwie Prototypen, irgendwas, sondern es ist ein hochwertiges Serienwerkzeug, was wir dann in zwei, drei Wochen fertig haben können. Und wenn es dann in die Iteration geht, da geht es ja auch darum, von den Kosten her und so, selbst wenn man in einem halben Jahr oder im Jahr das Werkzeug aussondert, weil man sagt, man hat eine neue Iteration, dann geht es ja auch wieder die Frage, wie schnell kommt man an die neuen Prototypen, wie schnell kommt man an die neuen Ergebnisse und und und.

Und da sind halt auch so Sachen wie unsere, das ist zweite Punkt, unsere keramisch gefüllten Werkzeuge, also Kunststoff-keramisch gedruckten Werkzeuge, unsere wasserauflösbaren Werkzeuge, die wir drucken können, oder halt unsere serienamen Prototypen aus vergleichbaren Materialien. Das beschleunigt einfach den Prozess. Ich meine, im Prototypenbereich ist 3D-Druck, da brauche ich wahrscheinlich den meisten nicht viel erzählen, aber die meisten machen immer noch auf verschiedenen Druckern Anschauungsmuster.

Das sind ja keine Serienprüfteile oder unter Serienbedingungen prüfbare Teile, sondern das sind einfach optische Teile, das sind geometrische Teile, die für Passungen usw. da hatte ich ja schon eine Folge zu gemacht. Wenn ich einmal zurückblätter ein paar Folgen, da könnt ihr das nochmal nachhören. Und dann geht es ja darum, wenn wir im Serienbereich sind, dass wir dann natürlich direkt aus dem Prototyp, also wenn wir in Seriennamen Prototypen generiert haben durch 3D-Druckverfahren, dann kann man doch auch relativ schnell, an dem Tag oder in dem Moment, wo man geprüft hat, alle Prüfungen abgeschlossen hat und gesagt hat, so, jetzt bin ich soweit, dann kann man ja rein technisch gesehen Tag später das Produkt starten.

Das bedeutet, auch da kriegen wir Geschwindigkeit rein. Und wenn wir dann die ersten Produkte am Markt haben, lassen die ein halbes Jahr laufen und stellen fest, wir brauchen jetzt die Iteration. Also wir haben festgestellt durch Kundenfeedbacks, dass da was optimiert werden kann und dann viele Kunden vielleicht sagen, wenn ihr das und das noch könntet oder wenn ihr das und das noch hättet oder dann würden wir mehr davon kaufen oder es würden mehr Personen kaufen oder mehr Unternehmen das Produkt kaufen.

Dann kann man ja schauen, ob man mit relativ wenig Aufwand das Ganze schnell iterieren kann. Und wenn man dann im 3D-Druck gefertigt hat und gar nicht so einen hohen Lagerbestand hat dann ist das ja durchaus möglich, dass man dann den Restlagerbestand, das sind dann vielleicht ein paar 10, 50, 100 Teile, die man nur gedruckt dass man die noch auslaufen lässt, vielleicht in eine Sonderaktion weggebt oder einfach solange braucht, bis man kurz diese Iteration geprüft hat und dann einfach den Lagerbestand auslaufen lässt und zum Ende der nächsten Iteration nach 2, 3, 4 Wochen. das dann direkt weiter gedruckt wird.

Das heißt für uns ist das ja nur die Datei auf dem Drucker tauschen. Die wird dann noch mal nach dem vorhandenen Gegebenheiten vorbereitet, aber im Prinzip ist es ja eigentlich nur ein Tauschen einer Datei und nicht ein Tauschen und Generieren eines Werkzeuges. Wenn man mal diese Vorbereitungszeit, wenn wir einen Druck haben, die Vorbereitungszeit ist dann vielleicht für eine Serie etwas länger wie für einen Standard-Prototypenbereich.

Aber sagen wir wenn wir eine Stunde Jobvorbereitung haben für einen Serienbereich. dann sind wir nach einer Stunde startklar und können theoretisch drucken, loslegen. Wenn wir das Ganze im Werkzeug haben, a. haben wir vor einem halben Jahr ein Werkzeug generiert, das können wir eventuell wegschmeißen, dann müssen wir neues Werkzeug generieren, das kostet auch wieder Geld, das kostet Zeit und in der Zwischenzeit haben wir wahrscheinlich oder unter Umständen 10.000, 20.000 Teile gemacht, weil wir erwartet haben, dass wir viel länger damit hinkommen.

Das heißt, wir verschrotten das erste Werkzeug, wir verschrotten den Lagerbestand, wir kaufen noch mal ein neues Werkzeug und fangen dann einfach verzögert an. Ich glaube, im ersten Jahr mit dem Produkt hat man noch gar kein Geld verdient, wenn man den herkömmlichen Weg nimmt. Wenn der Prozess so läuft und ich habe mit einigen auf unserem Event da gesprochen, es sind genau die Dinge, die passieren.

Es passiert. Und nach einem Jahr kann man wirklich sagen, haben die sogar Geld verbrannt und noch gar nichts verdient. mit 3D-Druck, obwohl die Teile wahrscheinlich in vielen Fällen teurer sind, wie ein reines Spritzgustteil. Weil wenn man die Werkzeugkosten und mit dazu nimmt und die Iterationen, ist das am Ende des Jahres günstiger. Und für gerade für neue Produkte, die iterieren, kriegt man Geschwindigkeit rein, kriegt Kundenfeedback rein kann Dinge anpassen.

Und das ist eigentlich was, was ich heute wirklich mal allen mitgeben wollte, darüber nachzudenken. Es gibt einfach Wettbewerbsvorteile und früher am Markt zu sein bedeutet auch einfach früher Umsatz zu machen Und früher Umsatz zu machen bedeutet einfach eine bessere Cash und Kapitalsituation für die Unternehmen. Und man kann gerade am Anfang für neue Produkte, ja erstmal auch 3D gedruckte Teile, egal wie teuer sie sind, einfach in das Produkt mit einpreisen.

Und später bleibt der Produktpreis oder was auch immer oder man skaliert es runter und Da erinnert mich immer an die Hülle der Löwen, wenn die Leute da vorne immer erzählen, wann sie oder welchen Einstiegspreis sie Stand heute haben und dann später zu welchen Preisen die in den Regalen liegen. Wenn dann irgendein Löwe da zugeschlagen hat und dann irgendwo das skaliert verkaufen. Natürlich, wenn Produkte skalieren, werden sie oft günstiger.

Und das kann man ja auch eventuell an einem Markt so darlegen. Und was ich noch mitgeben will, ist vorweglaufen. und nicht hinterherlaufen. Also wenn man selber vorwegläuft und die nächste Iteration, also sechs Monate später eine Iteration macht, dann ist man ja schon in der Stufe zwei mit Erkenntnissen vom Markt. Alle, merken, dass von euren Wettbewerbern, die haben da ein neues Produkt gemacht.

Die fangen ja in dem Moment, wo das Produkt auf den Markt kommt, fangen die ja eventuell erst an, da ist ein neues Produkt, jetzt müssen wir auch sowas haben. Und die fangen jetzt erst an zu entwickeln. Die brauchen eine Zeit und bis die dann mal so in etwa das erste Produkt entwickelt haben, habt ihr ja schon neue Markterkenntnisse und seid gerade schon am zweiten Produkt. Und wenn die vielleicht so in etwa fertig sind, dass sie sagen, jetzt haben sie den Zustand von eurem ersten Produkt, weil sie gesagt haben, ja, das ist ja das Produkt, was wir jetzt brauchen, seid ihr schon so weit, dass ihr nächste Iterationsstufe da habt und dann seid ihr schon eine Iteration weiter und mit neuen Erkenntnissen.

Und so laufen die Leute. Immer dem First Mover hinterher. Und das ist einfach, es ist ein Wettbewerbsvorteil und den kann man auch in Deutschland noch nehmen Und am Anfang gerade bei neuen Produkten, gerade in den neuen Märkten kann ich einfach nur empfehlen, denkt doch mal drüber nach, ob 3D-Druck da nicht einfach auch eine sinnvolle Lösung ist zu der ihr schneller seid und die ganze Bequemlichkeit rauskriegt und schneller iterieren könnt, flexibler seid, flexibler auf Änderungen, geringere Kapitalbindung.

Und und und all diese Dinge. Das ist das, was ich allen eigentlich nur mitgeben kann. Wenn ihr dazu Fragen habt, wenn ihr sagt, das ist hier ein Podcast, da würde ich noch mal gerne persönlich noch mal mit mir drüber sprechen. Kontaktiert mich gerne auf LinkedIn oder über die Prototech Homepage. Da sind auch E-Mail Adresse und was weiß ich Kontaktformular alles da. Ich bin gerne bereit und auch dafür ansprechbar, dass wir uns austauschen und mal schauen. wie das mit euren Produkten, euren Gegebenheiten aussieht.

Aus der Sicht wäre ich für heute mit diesem Thema fertig. Ich hoffe, ich konnte einen guten Input liefern und freue mich einfach, wenn ihr bis zum Schluss drangeblieben seid. Und noch mehr freue ich mich, wenn ihr mich tatsächlich mal kontaktiert. ja, würde sagen, das war es für mich für heute und dann hören wir uns nächste Woche wieder. Also bis dann, ciao!

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Wettbewerbsvorteil 3D-Druck: Wer vorwegläuft, gewinnt

China bringt ein neues Produkt in sechs Monaten auf den Markt, wir brauchen dafür 18. Und dann diskutieren wir noch, ob die Toleranz 0,1 oder 0,15 Millimeter sein soll. Genau darum geht es in Folge #015 von 3D-Druck Wissen: um Geschwindigkeit, und zwar nicht die Druckgeschwindigkeit, sondern die Geschwindigkeit, mit der wir Produkte und Prozesse an den Markt bringen.

Der Anstoß dafür kam vom AM Innovation Day, unserem eigenen 3D-Druck-Event in Attendorn. Dort ging es genau um dieses Thema: Wie bekommt man mit 3D-Druck Geschwindigkeit in Produkte und Prozesse?


Warum China und die USA schneller sind

In Deutschland trimmen wir vieles auf Perfektion. Das kommt auch aus dem Automobilbereich, wo die Nullfehlerquote das Maß aller Dinge ist. In China geht es dagegen um Tempo. Das sieht man aktuell sehr gut im Bereich Robotik und Humanoide, die inzwischen sogar eigene Olympische Spiele austragen. Diese Humanoiden sind mit Sicherheit alles andere als perfekt, aber sie fangen an. Sie gehen nicht erst in die letzte Iteration, um das letzte Quäntchen Perfektion herauszuholen, sondern lernen on the fly.

China hat nicht die besseren Ingenieure. Sie haben einfach weniger Angst vor Iterationen. Und das ist ein großer Unterschied.

US-amerikanische Start-ups arbeiten ähnlich, nur unter einem anderen Namen: MVP, Minimum Viable Product, also ein minimal brauchbares Produkt. Sie bringen es auf den Markt, lernen durch Kundenfeedback und iterieren schnell weiter, während sie durch Early Adopter und First Mover schon Geld verdienen. Das erste ChatGPT war alles andere als perfekt, es hat viel halluziniert und die Antworten waren teilweise falsch. Nach deutscher Gründlichkeit bis zur letzten Perfektion entwickelt, gäbe es das Produkt aus meiner Sicht heute noch nicht auf dem Markt.

Ein Beispiel aus der KI-Branche selbst

Vor Kurzem habe ich einen Podcast mit Peter Steinberger gehört, dem Gründer von OpenClaw, einem System, das verschiedene KI-Systeme miteinander verknüpft. Sein Unternehmen wurde später von OpenAI gekauft. Vorher hatte er Gespräche mit mehreren KI-Anbietern geführt, unter anderem mit Meta, OpenAI und Mistral als europäischem Pendant.

Meta und OpenAI haben direkt reagiert: Lass uns treffen. Innerhalb von zwei, drei Tagen war das erledigt, jemand ist hin- oder hergeflogen, und der Deal stand. Mistral dagegen hat geantwortet: Lass uns in drei Wochen telefonieren. Bis dieser Termin überhaupt zustande kam, war der Deal mit den amerikanischen Anbietern längst abgeschlossen.

Das ist für mich ein Sinnbild für unsere europäische Behäbigkeit. Wir haben diese Sättigung, diese Gemächlichkeit, fast wie das antike römische Reich auf seinen Liegen. Bei weltweiter Konkurrenz aus USA, China und Indien, wo Begriffe wie Work-Life-Balance schlicht keine Rolle spielen, können wir uns das aus meiner Sicht nicht mehr leisten.


80 Prozent und anfangen schlägt 100 Prozent und warten

Das ist die Kernaussage der Folge: 80 Prozent Anfang schlägt 100 Prozent Warten, weil man die 100 Prozent vielleicht nie erreicht und das Produkt niemals richtig auf den Markt bekommt. Oder, wenn man es doch auf den Markt bringt, ist es zwar nach 100 Prozent Ingenieurskunst entwickelt und technisch ausgereift, aber am Markt vorbei.

Wichtig dabei: Es geht nicht um 80 Prozent Qualität gegenüber 100 Prozent Qualität. Die Qualität muss in einem gewissen Rahmen stimmen. Es geht um 80 Prozent Funktionalität, vor allem bei neuen Produkten mit neuen Funktionen oder neuen Umständen, die man am Markt platzieren und dann mit dem Feedback weiterwachsen lassen kann. Genau dafür muss man schnell iterieren können. Und genau da liegt unser Problem: Wir iterieren häufig gar nicht, sondern bauen direkt ein Spritzgusswerkzeug und warten dann darauf, dass sich das über eine Million Teile amortisiert.

Das kann sinnvoll sein, wenn man sich mit dem Produkt sicher ist, wenn es bereits eine Marktsättigung gibt und ein Nachfolgeprodukt einfach das bisherige mit bekannten Stückzahlen ersetzt. Bei neuen Produkten mit unklaren Stückzahlen ist das aber genau der falsche Weg.


Wo 3D-Druck konkret Geschwindigkeit reinbringt

Konturnah gekühlte Werkzeuge

Auf dem AM Innovation Day hatte ich einen Vortrag von Juri Müller im Bereich Werkzeuge. Mit konturnah gekühlten Werkzeugen, die gedruckt und danach nachbearbeitet werden, lassen sich Prozesszeiten spürbar beschleunigen. Wenn theoretisch alle Spritzguss-Werkzeuge im Unternehmen 20 Prozent schneller laufen würden, hätte man automatisch eine 20-prozentige Kapazitätsreserve, ohne in neue Maschinen investieren zu müssen. Kommen noch Materialeinsparungen dazu, sind die Werkzeugkosten dabei nicht einmal höher.

Bei der Art, wie Juri das Design macht, iteriert er, sobald das Bauteil fertig und die Stammform einigermaßen klar ist, innerhalb von Stunden. Das Werkzeugdesign steht innerhalb von Minuten bis Stunden, die Datei geht dann zu uns zum Drucken. Zwei bis drei Tage Druckzeit, dazu noch etwas Zeit zum Fräsen, und man hat ein vollwertiges Serienwerkzeug in zwei bis drei Wochen fertig. Kein Prototypen-Gebastel, sondern ein hochwertiges Serienwerkzeug.

Kriterium Klassisches Werkzeug Konturnah gekühltes, gedrucktes Werkzeug
Design-Iteration Tage bis Wochen Stunden
Bauzeit bis Serienwerkzeug Deutlich länger 2 bis 3 Wochen
Effekt auf Zykluszeit Referenzwert Bis zu 20 % schneller
Kapazitätsreserve Keine zusätzliche Bis zu 20 % ohne neue Maschinen

Seriennahe Prototypen statt Anschauungsmuster

Dazu kommen keramisch gefüllte Werkzeuge, wasserauflösbare Werkzeuge und seriennahe Prototypen aus vergleichbaren Materialien, die wir drucken können. Das beschleunigt den Prozess zusätzlich. Im Prototypenbereich ist 3D-Druck den meisten längst bekannt, aber viele fertigen auf ihren Druckern nach wie vor nur Anschauungsmuster, also rein optische oder geometrische Teile für Passungen, keine Teile, die sich unter echten Serienbedingungen prüfen lassen.

Hat man dagegen mit 3D-Druckverfahren seriennahe Prototypen erzeugt, kann man direkt am Tag der abgeschlossenen Prüfung, wenn alle Tests durchgelaufen sind, praktisch einen Tag später das Produkt starten. Auch das bringt Geschwindigkeit rein.


Wie sich Iterationen ohne Werkzeugrisiko anfühlen

Nehmen wir an, die ersten Produkte laufen ein halbes Jahr am Markt, und Kundenfeedback zeigt: Da lässt sich noch etwas optimieren, dann würden mehr Kunden kaufen. Wenn man in 3D-Druck gefertigt hat und keinen hohen Lagerbestand aufgebaut hat, sondern vielleicht nur ein paar Dutzend bis 100 Teile, kann man den Restbestand einfach auslaufen lassen, notfalls über eine Sonderaktion, bis die neue Iteration nach zwei bis vier Wochen fertig ist. Für uns bedeutet das nur, die Datei auf dem Drucker zu tauschen, nicht ein Werkzeug zu tauschen und neu zu generieren.

Beim klassischen Spritzguss sieht das anders aus. Ist ein Werkzeug vor einem halben Jahr gebaut worden und muss jetzt wegen einer Iteration ersetzt werden, kommt oft dazu, dass man in der Zwischenzeit 10.000 bis 20.000 Teile produziert hat, weil man erwartet hatte, länger mit dem alten Stand hinzukommen. Also verschrottet man das erste Werkzeug, verschrottet den Lagerbestand, kauft ein neues Werkzeug und startet verzögert neu.

Im ersten Jahr mit dem Produkt hat man auf diesem klassischen Weg oft noch gar kein Geld verdient. Mit einigen Teilnehmern auf unserem Event habe ich darüber gesprochen, genau das sind die Dinge, die passieren, und nach einem Jahr stellt sich heraus: Man hat sogar Geld verbrannt und noch nichts verdient, obwohl 3D-gedruckte Teile pro Stück oft teurer sind als reine Spritzgussteile. Rechnet man Werkzeugkosten und Iterationen mit ein, ist es am Ende des Jahres trotzdem günstiger.

Kriterium Klassisches Spritzgusswerkzeug 3D-gedruckte seriennahe Teile
Bei nötiger Iteration Werkzeug und Lagerbestand oft verschrottet Datei auf dem Drucker tauschen
Betroffener Lagerbestand Häufig 10.000 bis 20.000 Teile Wenige Dutzend bis 100 Teile
Zeit bis neue Version verfügbar Wochen bis Monate für neues Werkzeug 2 bis 4 Wochen
Geld verdient im ersten Jahr Häufig noch nicht, oft sogar Verlust Deutlich früher möglich

Vorweglaufen statt hinterherlaufen

Früher am Markt zu sein bedeutet früher Umsatz zu machen, und das wiederum eine bessere Cash- und Kapitalsituation. Gerade am Anfang kann man 3D-gedruckte Teile, egal wie teuer sie pro Stück sind, einfach in den Produktpreis einpreisen. Später, wenn das Produkt skaliert, wird es ohnehin günstiger.

Wer selbst vorwegläuft und die nächste Iteration macht, während der Wettbewerb gerade erst merkt, dass es ein neues Produkt am Markt gibt, hat schon einen Vorsprung mit echten Markterkenntnissen. Die anderen fangen dann erst an zu entwickeln, brauchen dafür Zeit, und wenn sie ungefähr auf dem Stand des eigenen ersten Produkts angekommen sind, ist man selbst schon eine Iteration weiter, wieder mit neuen Erkenntnissen. So laufen viele Unternehmen dem First Mover ständig hinterher. Das ist ein Wettbewerbsvorteil, den man auch in Deutschland noch nehmen kann.

Gerade bei neuen Produkten und neuen Märkten lohnt es sich, ernsthaft zu prüfen, ob 3D-Druck nicht die Lösung ist, mit der man schneller wird, flexibler auf Änderungen reagieren kann und die Kapitalbindung geringer hält.


FAQ: Wettbewerbsvorteil 3D-Druck

Warum kann China Produkte schneller auf den Markt bringen als Deutschland?

Nicht weil dort bessere Ingenieure arbeiten, sondern weil dort weniger Angst vor Iterationen herrscht. Während in Deutschland auf Perfektion und Nullfehlerquote getrimmt wird, bringen chinesische und amerikanische Unternehmen Produkte früher auf den Markt und lernen anschließend durch echtes Kundenfeedback.

Was ist ein MVP und was hat das mit 3D-Druck zu tun?

MVP steht für Minimum Viable Product, also ein Produkt mit gerade ausreichender Funktionalität. US-Start-ups bringen solche Produkte früh auf den Markt und iterieren dann anhand von Kundenfeedback. Mit 3D-Druck lässt sich dieses Prinzip auf physische Bauteile übertragen, weil Iterationen ohne Werkzeugkosten und ohne Mindestmengen möglich sind.

Was sind konturnah gekühlte Werkzeuge und was bringen sie?

Das sind gedruckte und anschließend nachbearbeitete Werkzeuge, bei denen die Kühlkanäle der Bauteilkontur folgen, statt gerade durch den Werkzeugkern zu verlaufen. Laufen dadurch alle Spritzguss-Werkzeuge im Unternehmen theoretisch 20 Prozent schneller, entsteht automatisch eine 20-prozentige Kapazitätsreserve, ohne dass neue Maschinen angeschafft werden müssen.

Was passiert, wenn man beim klassischen Spritzguss zu früh auf ein neues Werkzeug setzt?

Wird ein Werkzeug gebaut und muss wegen einer nötigen Iteration bald ersetzt werden, sind oft schon 10.000 bis 20.000 Teile produziert, die dann zusammen mit dem alten Werkzeug verschrottet werden. Im ersten Jahr mit dem Produkt hat man auf diesem Weg häufig noch gar kein Geld verdient, selbst wenn 3D-gedruckte Teile pro Stück teurer wären.

Was bedeutet vorweglaufen statt hinterherlaufen im Wettbewerb?

Wer als Erster am Markt ist, sammelt bereits Erkenntnisse und beginnt die nächste Iteration, während der Wettbewerb gerade erst merkt, dass ein neues Produkt existiert, und mit der eigenen Entwicklung startet. Bis der Wettbewerb aufgeholt hat, ist der First Mover meist schon wieder eine Iteration weiter.


Was jetzt zu tun ist

Wenn ihr dazu Fragen habt oder noch einmal persönlich darüber sprechen wollt, kontaktiert mich gerne auf LinkedIn oder über die PROTOTEC-Homepage, dort sind auch E-Mail-Adresse und Kontaktformular hinterlegt. Ich schaue mir eure Produkte und eure Gegebenheiten gerne persönlich an.

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Cover des Podcasts „3D-Druck Wissen“ von PROTOTEC

#015 Wettbewerbsvorteil 3D-Druck: Wer vorwegläuft, gewinnt

#3DDruckWissen #Wettbewerbsvorteil #3DDruckChina bringt ein neues Produkt in sechs Monaten auf den Markt, wir brauchen dafür 18. In dieser Episode spreche ich darüber, warum Geschwindigkeit kein Qualitätsverzicht ist und wie 3D-Druck dabei hilft, diesen Rückstand aufzuholen. Nicht als Versprechen, …

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#013 Serienteile und Endanwendungen im 3D-Druck

#3DDruck #Serienfertigung #3DDruckWissen Die meisten fragen mich noch heute, ob 3D-Druck überhaupt für die Serie geeignet ist. Dabei machen wir bereits 80 Prozent unseres Umsatzes mit Serien- und Endanwendungsteilen, nicht mit Prototypen. In dieser Folge erkläre ich, was ein Serienteil wirklich …

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