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Vergleich PA11 vs. PA12 im 3D-Druck

PA11 vs. PA12 im 3D-Druck

PA11 oder PA12 im SLS-Druck: Wann lohnt sich der Wechsel?


Wer ein SLS-Bauteil plant, landet fast automatisch bei PA12. Das Material ist der Standard im pulverbettbasierten 3D-Druck, gut erprobt und in den meisten Fällen die richtige Entscheidung. Doch es gibt Anforderungen, bei denen PA12 an seine Grenzen stößt, und genau dort spielt PA11 seine Stärken aus. Wer ein Bauteil braucht, das stark biegen kann, ohne zu brechen, oder das dauerhaft mit Kraftstoffen, Ölen oder Chemikalien in Kontakt kommt, sollte PA11 zumindest in Betracht ziehen. Der Unterschied liegt nicht in der Festigkeit, denn die liegt bei beiden Materialien in einer ähnlichen Größenordnung. Der Unterschied liegt in der Zähigkeit, der Bruchdehnung und der Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen. Dieser Beitrag zeigt, wann sich der Wechsel lohnt und wann PA12 die wirtschaftlichere und technisch passendere Wahl bleibt.

Eigenschaftstabelle:
PA11 und PA12 im SLS 3D-Druck

Eigenschaft PA11 PA12
Zugfestigkeit ca. 45 bis 50 MPa 45 bis 48 MPa
Bruchdehnung ca. 35 bis 50 % ca. 15 bis 25 %
Kerbschlagzähigkeit Deutlich höher, bricht meistens nicht spröde Geringer, bei Kälte spröder
Wasseraufnahme Niedriger, dadurch stabilere Maßhaltigkeit bei Feuchtigkeit Etwas höher als PA11
Chemikalien- und Kraftstoffbeständigkeit Sehr hoch, etabliert im Automotive-Bereich Gut, aber PA11 in aggressiven Medien meistens im Vorteil
Rohstoffbasis Biobasiert, aus Rizinusöl Erdölbasiert
Preis Höher als PA12 Günstiger, wirtschaftlicher Standard
Verfügbarkeit als Farbvariante Eingeschränkter Breiter, auch eingefärbt gut verfügbar

PA11 oder PA12 – welches Material ist für mein Bauteil geeignet?

Die Wahl zwischen PA11 und PA12 hängt vor allem von den Anforderungen an das Bauteil ab. PA11 spielt seine Vorteile aus, wenn hohe Zähigkeit, wiederholte Verformung oder Schlagbelastungen eine wichtige Rolle spielen. PA12 ist dagegen ein vielseitig einsetzbares Standardmaterial für den SLS-3D-Druck und bietet eine gute Kombination aus technischen Eigenschaften und Maßhaltigkeit.

PA11 ist interessant, wenn …

  • hohe Schlagzähigkeit gefragt ist
  • das Bauteil wiederholt gebogen oder verformt wird
  • Schnapphaken, Clips oder ähnliche flexible Elemente benötigt werden
  • Stoß- und Schlagbelastungen auftreten
  • das Bauteil auch bei niedrigen Temperaturen zäh bleiben soll

PA12 ist interessant, wenn …

  • ein vielseitig einsetzbares SLS-Material gesucht wird
  • eine gute Maßhaltigkeit wichtig ist
  • das Bauteil keine außergewöhnlich hohe Zähigkeit oder Bruchdehnung benötigt
  • ein bewährtes Standardmaterial für funktionale Bauteile eingesetzt werden soll

 

PA11 vs. PA12: Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Eigenschaft PA11 PA12
Zähigkeit sehr hoch hoch
Bruchdehnung höher geringer
Schlagbelastung sehr gut gut
Tieftemperaturverhalten sehr gut gut
Chemikalienbeständigkeit sehr gut sehr gut
Maßhaltigkeit gut sehr gut
Standardmaterial SLS weniger verbreitet sehr verbreitet
Typische Anwendung flexible, schlagbelastete Bauteile funktionale Standardbauteile

 

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Wann PA11 die bessere Wahl ist

Immer dann, wenn ein Bauteil hohe Schlagzähigkeit braucht, zeigt SLS PA11 seine Stärke. Die höhere Bruchdehnung sorgt dafür, dass Bauteile unter Stoßbelastung eher nachgeben als brechen. Das ist besonders bei Clip-Verbindungen, Schnappverschlüssen oder Gehäusen relevant, die wiederholt geöffnet und geschlossen werden, ohne dass Ermüdungsbrüche auftreten sollen. Auch bei niedrigen Temperaturen bleibt PA11 in der Regel deutlich zäher als PA12, das unter Kälteeinfluss eher zu Sprödbruch neigt.

Ein weiterer Anwendungsfall ist der Kontakt mit Chemikalien, Kraftstoffen oder Ölen. In der Automobilindustrie ist PA11 seit Jahrzehnten das bevorzugte Material für Leitungen und Schlauchsysteme, genau aus diesem Grund. Wer ein Bauteil entwickelt, das dauerhaft mit solchen Medien in Berührung kommt, sollte PA11 zumindest testen, bevor er sich für PA12 entscheidet.

Wichtig ist auch die geringere Wasseraufnahme. PA12 nimmt unter feuchten Bedingungen etwas mehr Feuchtigkeit auf als PA11, was sich langfristig auf Maßhaltigkeit und mechanische Eigenschaften auswirken kann. Bei Bauteilen, die im Außeneinsatz oder in wechselnden klimatischen Bedingungen funktionieren müssen, ist das ein Argument, das viele Konstrukteure zunächst nicht auf dem Schirm haben.

Wann PA12 die bessere Wahl bleibt

Egal ob Serienteile oder Prototypen, SLS PA12 ist und bleibt im 3D-Druck in den meisten Fällen die wirtschaftlichere Lösung, und das aus gutem Grund. Wo keine extremen Anforderungen an Zähigkeit oder Chemikalienbeständigkeit bestehen, liefert PA12 eine ausgezeichnete Kombination aus Festigkeit, Maßhaltigkeit und Preis. Auch die Verfügbarkeit spricht meistens für PA12, gerade wenn es um Sonderfarben oder Materialvarianten geht.

Für klassische Funktionsprototypen, Gehäuseteile ohne besondere chemische Belastung oder Bauteile mit überschaubaren mechanischen Anforderungen gibt es selten einen Grund, auf PA11 auszuweichen. Der Mehrpreis lohnt sich nur dann, wenn die spezifischen Vorteile von PA11 tatsächlich gebraucht werden.

Weiterhin ist PA11 im 3D-Druck verzugsempfindlicher während der Fertigung. Gerade bei größeren Bauteilen macht sich das bemerkbar. Wenn es also auf gerade und verzugsfreie Bauteile ankommt, ist PA12 die bessere Wahl.

Wer unsicher ist, welches Material zur eigenen Anforderung passt, sollte die konkrete Belastungssituation beschreiben. Wie gehen Sie das am besten an? Ganz einfach: Schicken Sie uns die Einsatzbedingungen, wir sagen Ihnen ehrlich, welches Material die bessere Wahl ist.

Vergleichstabelle zwischen SLS PA11 und PA12

In welchen 3D-Druck-Verfahren
sind PA11 und PA12 verfügbar?

Verfahren PA11 verfügbar PA12 verfügbar
SLS Ja Ja, Standardmaterial
MJF Meistens nur bei ausgewählten Dienstleistern Ja, weit verbreitet
FDM Selten, spezielle Filamente nötig Ja, gut verfügbar

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Anwendungsbeispiele für PA11 und PA12
im 3D-Druck nach Branche

Im Automotive-Bereich kommt PA11 vor allem bei Leitungen, Halterungen im Motorraum und Bauteilen mit Kraftstoffkontakt zum Einsatz. Die Kombination aus Zähigkeit und Chemikalienbeständigkeit macht das Material dort seit langem zum Standard, auch außerhalb des 3D-Drucks.

Wir fertigen zum Beispiel in der Serie Messerscheiden, welche für den rauen Outdoor Einsatz verwendet werden.

In der Konsumgüterindustrie eignet sich PA11 gut für Produkte, die häufig mechanisch belastet werden, etwa Scharniere, Gehäuse für Outdoor-Equipment oder Sportartikel. Hier zählt vor allem die Schlagzähigkeit bei wiederholter Nutzung.

Im Maschinenbau wird PA12 meistens dann eingesetzt, wenn Bauteile funktional sein müssen, ohne dass extreme Umweltbedingungen eine Rolle spielen. PA11 kommt dort ins Spiel, sobald Kontakt mit Ölen, Fetten oder Reinigungsmitteln absehbar ist, etwa bei Halterungen und Gehäusen in industrieller Umgebung.

Schwarz oder Weiß: Unterschiede bei durchgefärbten SLS-Pulvern

Sowohl PA11 als auch PA12 stehen im SLS 3D-Druck nicht nur in ihrer natürlichen, leicht cremefarbenen Ausgangsfarbe zur Verfügung, sondern auch als durchgefärbtes Pulver in Schwarz oder Weiß. Der Unterschied liegt dabei nicht im Grundmaterial selbst, sondern im zugesetzten Farbpigment, das schon vor dem Druck ins Pulver eingearbeitet wird. Das Bauteil ist dadurch komplett durchgefärbt und nicht nur oberflächlich lackiert, was gerade bei mechanisch beanspruchten oder nachbearbeiteten Teilen ein klarer Vorteil ist, da Kratzer oder Abrieb keine helle Stelle freilegen.

Schwarz eingefärbtes SLS-Pulver hat sich in der Praxis als das robustere Ergebnis etabliert. Der Grund liegt im Produktionsprozess selbst. Im SLS-Verfahren wird nie ausschließlich frisches Pulver verwendet, sondern ein Gemisch aus neuem und bereits einmal thermisch belastetem Pulver aus vorherigen Baujobs. Dieses Pulver verändert seine Farbe durch die Hitzeeinwirkung minimal in Richtung Gelb oder Grau. Bei Schwarz fällt das praktisch nicht auf, das fertige Bauteil bleibt gleichmäßig dunkel. Bei Weiß ist dieser Effekt deutlich sichtbarer. Ein Bauteil aus weißem Pulver kann je nach Mischungsverhältnis aus frischem und wiederverwendetem Pulver leichte Grauschleier oder eine minimal unterschiedliche Tönung zwischen mehreren Baujobs zeigen.

Wer also auf ein durchgängig einheitliches, kräftiges Weiß angewiesen ist, sollte das offen ansprechen. Meistens lässt sich das über einen höheren Anteil an Frischpulver im Baujob lösen, was allerdings auch die Kosten erhöht. Für Anwendungen, bei denen die Farbe rein optisch relevant ist und keine hundertprozentige Uniformität zwischen verschiedenen Baujobs gefordert wird, reicht Standard-Weiß in den meisten Fällen völlig aus.

Bei den mechanischen Eigenschaften unterscheiden sich schwarz und weiß eingefärbtes Pulver in der Regel kaum voneinander. Die Pigmentmenge ist so gering dosiert, dass Zugfestigkeit, Bruchdehnung und Schlagzähigkeit praktisch unverändert bleiben. Ein messbarer Unterschied entsteht erst, wenn stark abweichende Pigmentkonzentrationen verwendet werden, was im industriellen SLS-Standardprozess aber nicht der Fall ist.

 

Eigenschaft Schwarz durchgefärbt Weiß durchgefärbt
Farbkonsistenz über mehrere Baujobs Sehr hoch, Alterung des Pulvers fällt kaum auf Geringer, leichte Schattierungen möglich
Kratzer und Abrieb Fällt nicht auf, kein nachfärben Kann durch Kontrast sichtbar werden
Mechanische Eigenschaften Praktisch identisch zum Grundmaterial Praktisch identisch zum Grundmaterial
Typischer Einsatz Gehäuse, sichtbare Bauteile, Elektronikkomponenten Medizintechnik-nahe Optik, helle Produktdesigns
Aufpreis gegenüber Naturfarbe keiner Gering bis moderat, bei hoher Weißanforderung höher

Wenn Sie Fragen zum PA11 oder PA12 oder zum SLS 3D-Druck Verfahren haben, scheuen Sie sich nicht uns zu kontaktieren. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

PA11 oder PA12 im 3D-Druck:
Entscheidungshilfe auf einen Blick

Anforderung Empfehlung
Hohe Schlagzähigkeit nötig PA11
Hohe Elastizität nötig PA11
Kontakt mit Kraftstoffen oder Chemikalien PA11
Einsatz bei niedrigen Temperaturen PA11
Kosten stehen im Vordergrund PA12
Standard Funktionen PA12
Verzugsarme Teile PA12
Breite Farbauswahl gewünscht PA12

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FAQ SLS 3D-Druck PA11 vs. PA12

1. Ist PA11 stärker als PA12?

Bei der reinen Zugfestigkeit liegen beide Materialien in einer ähnlichen Größenordnung, daher lässt sich PA11 nicht pauschal als stärker bezeichnen. Der eigentliche Unterschied zeigt sich bei der Bruchdehnung und der Schlagzähigkeit, wo PA11 deutlich bessere Werte erreicht. Ein Bauteil aus PA11 gibt unter Stoßbelastung eher nach, statt spröde zu brechen. Für Anwendungen mit wiederholter mechanischer Belastung ist das oft entscheidender als die reine Zugfestigkeit.

PA11 wird aus Rizinusöl gewonnen und ist damit biobasiert, während PA12 auf Erdölbasis hergestellt wird. Die aufwendigere Rohstoffgewinnung und die geringere Verbreitung im Markt treiben den Preis nach oben. Weiterhin ist die Verarbeitung auf SLS 3D-Druck Anlagen etwas komplexer. Wer die spezifischen Vorteile von PA11 tatsächlich braucht, etwa die Chemikalienbeständigkeit, gleicht den Mehrpreis meistens durch eine längere Lebensdauer oder geringere Ausfallraten des Bauteils wieder aus.

Ja, PA11 lässt sich im SLS-Verfahren genauso verarbeiten wie PA12, allerdings mit angepassten Prozessparametern. Die Verarbeitungstemperaturen und das Verhalten beim Aufschmelzen unterscheiden sich leicht, weshalb nicht jede Anlage ohne Weiteres zwischen beiden Materialien wechseln kann. Die Schmelztemperatur von PA11 ist ca. 15-20 Grad höher, als beim SLS PA12. PA11 ist leider auch verzugsempfindlicher bei der Verarbeitung und neigt mehr zum Warping und zu Verzügen. Wer bereits Erfahrung mit PA12 hat, findet sich beim Wechsel auf PA11 aber schnell zurecht, da die grundlegende Prozesslogik gleich bleibt.

PA11 zeigt in der Praxis meistens eine etwas bessere Langzeitstabilität gegenüber UV-Einstrahlung und Witterungseinflüssen als PA12, was das Material für Außenanwendungen interessant macht. Eine dauerhafte UV-Bewitterung ohne zusätzlichen Schutz übersteht allerdings keines der beiden Materialien uneingeschränkt. Wer ein Bauteil dauerhaft im Freien einsetzen möchte, sollte zusätzlich über eine UV-beständige Beschichtung oder Einfärbung nachdenken, unabhängig vom gewählten Grundmaterial.

Aus diesem Grund haben wir schwarz durchgefärbte Materialien, welche von Hause aus eine gute UV-Stabilität und Beständigkeit haben. Bei uns ist das Pulver schon bei der Verarbeitung bis in den Kern schwarz eingefärbt.

Ob ein SLS PA-Bauteil für den Lebensmittelkontakt geeignet ist, hängt von der konkreten Pulvercharge und deren Zertifizierung ab, nicht generell vom Material selbst. Es gibt lebensmittelkonforme PA-Varianten, diese müssen aber gezielt angefragt und im jeweiligen Anwendungsfall geprüft werden. Pauschale Aussagen sind hier nicht seriös, weshalb wir bei entsprechenden Anforderungen immer die konkrete Chargenzertifizierung mit dem Kunden abstimmen.

PA11 nimmt in der Regel weniger Feuchtigkeit auf als PA12, was sich positiv auf die Maßhaltigkeit über die Zeit auswirkt. Beide Polyamide sind grundsätzlich hygroskopisch, nehmen also Wasser aus der Umgebungsluft auf, PA11 tut dies aber langsamer und in geringerem Umfang. Bei Bauteilen, die wechselnden Luftfeuchtigkeiten ausgesetzt sind, kann dieser Unterschied über die Lebensdauer spürbar werden.

Durch eine Imprägnierung können wir jedoch beide Materialien beständig gegen Wasseraufnahme machen und die Wasseraufnahme stoppen. Bei Fragen hierzu sprechen Sie uns an.

Für einen einzelnen Funktionsprototyp lohnt sich PA11 meistens nur dann, wenn genau die Eigenschaften getestet werden sollen, die PA11 von PA12 unterscheiden, etwa Zähigkeit oder Chemikalienbeständigkeit. Geht es lediglich um Form und Optik, ist PA12 die wirtschaftlichere Wahl, da der Materialpreis bei einem einzelnen Bauteil kaum ins Gewicht fällt, das Prinzip der bedarfsgerechten Materialwahl aber trotzdem gilt.
Ein kompletter Ersatz ist technisch möglich, wirtschaftlich aber nicht immer sinnvoll. Bei Serienbauteilen macht sich der Preisunterschied deutlich stärker bemerkbar als beim Einzelteil, weshalb sich der Wechsel nur lohnt, wenn die Vorteile von PA11 den Mehrpreis über die gesamte Serie rechtfertigen. Wir empfehlen bei größeren Stückzahlen immer, die konkreten Anforderungen und die Kostenrechnung gemeinsam durchzugehen, bevor die Materialentscheidung fällt.
Ja, beide Materialien lassen sich als komplett durchgefärbtes Pulver in Schwarz oder Weiß verarbeiten, nicht nur in der natürlichen, leicht cremefarbenen Grundfarbe. Das Pigment wird vor dem Druck direkt ins Pulver eingearbeitet, wodurch das Bauteil durch und durch gefärbt ist und nicht nur an der Oberfläche. Das ist besonders bei Bauteilen mit Abrieb oder mechanischer Beanspruchung von Vorteil, da keine helle Grundfarbe unter einer Lackschicht zum Vorschein kommt.
Besser lässt sich pauschal nicht sagen, da beide Varianten ihre Berechtigung haben und die Wahl von der gewünschten Optik abhängt. Bei der Farbkonsistenz über mehrere Baujobs hinweg hat Schwarz allerdings einen praktischen Vorteil, da die natürliche Alterung des wiederverwendeten Pulvers dort kaum sichtbar wird. Bei Weiß kann es je nach Frischpulveranteil zu leichten Schattierungen zwischen einzelnen Baujobs kommen, was bei rein optischen Anforderungen selten ein Problem darstellt, bei hohen Uniformitätsansprüchen aber vorab besprochen werden sollte.

PA11 weist eine höhere Zähigkeit und Bruchdehnung auf als PA12. Dadurch kann PA11 bei stoßartigen Belastungen und wiederholter Verformung Vorteile bieten. PA12 ist dagegen ein vielseitig einsetzbares Standardmaterial für funktionale SLS-Bauteile.

PA11 ist besonders interessant, wenn ein Bauteil hohe Schlagbelastungen aushalten, sich wiederholt verformen oder auch bei niedrigen Temperaturen zäh bleiben muss. Typische Anwendungen sind beispielsweise Clips, Schnapphaken oder andere funktionale Bauteile mit wiederkehrender mechanischer Belastung.

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